ASTOR

Berlin - Charlottenburg , Kurfürstendamm 217

eröffnet: 22.12.1934
geschlossen: 15.12.2002
Sitzplätze: 495 (1940) - 320 (1997)
Architekt: Rudolf Möhring
Betreiber: Max Hauptmann                                 1934-mind.1967

Titania FT  Gf:Karl-Heinz Quiring        mind.1980-1983

Ufa                                                     01.01.1984-?

H.J. Flebbe FT                                   1997

Die Eröffnung des "Astor"-Filmtheaters fand am 22.Dezember 1934 mit der Welturaufführung des Shirley Temple - Films "Lachende Augen" statt.

Max Hauptmann - ein erfahrener Filmtheaterfachmann - hatte das ehemalige "Nelson-Theater" von Architekt Rudolf Möhring zu einem Lichtspielhaus umbauen lassen, das mit seiner neuartigen Farbtönung in Ährengelb und Kornblumenblau als ein intimer, feiner Kammerspielraum zu den schönsten Kinos Berlins gehörte.

Die Bestuhlung mit Hochfeder- und Rückenpolster war in zartem Blau gehalten, eine Nietsche-Matador-Doppelapparatur mit Klangfilm-Europagerät sorgte für klares Bild und guten Ton. Der Theaterraum lag auf Strassenniveau.

Quelle: Film-Kurier 300/1934

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Das 'Astor' war nach der Schließung der Traditionskinos Gloria Palast (1998), Olympia am Zoo (1999), UFA Film-Bühne Wien (2000) und UFA Marmorhaus (2001) eines der letzten Kinos mit großer Vergangenheit im traditionellen Berliner Kinodistrikt um den Kurfürstendamm. Sehr gern hat man das Kino noch als Spielort der 'Retrospektive' innerhalb der 'Internationalen Filmfestspiele von Berlin' in Erinnerung.

Das Foyer war weitläufig, bot aber nur wenig Sitzgelegenheiten. Trotz der bunten Gestaltung wirkte der Vorraum klassisch und ein wenig vornehm. Der Verkaufstresen aus blauem und beigefarbenem Holz passte sich schön, parallel zur Saalrückwand, in das Foyer ein.

Trotz durchwachsener Zuschauerzahlen leistete sich das 'Astor' netterweise noch eine Platzanweiserin bis zum Ende. Die freundliche Dame war zwar längst im Rentenalter, hatte aber immer noch großen Spaß daran, dem älteren Stammpublikum beim Einlass und der Platzsuche behilflich zu sein. "Wenn die Alten nicht kommen würden, hätten wir schon lange dicht machen müssen" meinte sie in Bezug auf die treuesten 'Astor'-Anhänger.

Vom Foyer aus führten zwei Zugänge zum Parkett des Kinosaals sowie eine Treppe an der rechten Seite zum Rang. Der Saal glänzte durch zahlreiche architektonische Feinheiten und strahlte eine geschlossene und angenehm 'warme' Atmosphäre aus.

Die gemütlichen, roten Polstersessel mit hoher Rückenlehne und gepolsterter Armlehne bildeten den einzigen farbigen Kontrast zum ansonsten ganz in gelb und sandsteinfarben gehaltenen Saal. Der Komfort des Saals vermittelte noch richtiges Kinogefühl, das in vielen Neubauten schon lange nicht mehr aufkam.

Quelle: Kinokompendium.de


Astor 1980 (Bildquelle: Uwe Friedrich)


Astor ca. 1979 (Bildquelle: Rudolf Schreck)


Ansicht 1949 (Bildquelle: Der Neue Film 29/1949)

   

Vielen Dank an Bernhard Lorenz für die unteren drei Bilder

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