ATRIUM

Berlin - Wilmersdorf, Bundesalle 178/179

eröffnet: Frühjahr 1927
geschlossen: ca.1943
Sitzplätze: 2002 (1927) - 1943 (1940)
Architekt: Friedrich Lipp / Georg Leschnitzer
Betreiber:
Herbert Polke
Fritz Staar, ab Mitte 30er Fritz Staar & Lemke
1927-1928
1929-ca.1943
Kinoname: Atrium Beba-Palast
neuer Kinoname: Atrium


Eine Front von ungewöhnlichem Ausmaß empfing den Besucher des 1927 entstandenen "Beba-Palastes" im Westen Berlins. Zur Eröffnung lief der Film "Das Meer" nach dem Roman von Bernhard Kellermann.. L2741
Betrat man von dem durch die Rundform des Baues geschaffenen großen Vorplatz das Theater, gelangte man in ein geräumiges Vestibül, in welchem die Kassenräume untergebracht waren. Breite Treppen führten zum ersten Stock in das Foyer, welches sich rund um den  Innenraum herumzog und von dem man in das Parkett des Theaters gelangte. Dort befanden sich stark ansteigende Sitzplatzreihen, die ihren Abschluss in einer Reihe von Logen in Parkett und Rang fanden. Der indirekt beleuchtete Raum war in expressionistischen Stil ausgeschmückt.. Es dominierten die Farben Gold und Silber, während das Foyer, die geräumigen Wandelhallen und Treppen ganz in Rot gehalten waren. Die Entwürfe für die Malereien stammten von Georg Leschnitzer, die Realisierung übernahm der Maler Heinrich Richter.
Eine große Bühne, deren Rahmen und goldenen Lammévorhang starke Wirkung entfalteten, ermöglichten größere Bühnenvorführungen. Das Orchester war versenkbar angelegt und bot bis zu 50 Musikern Platz. Die Schallöffnungen der Okalyd-Orgel lagen links und rechts des Bühnenausschnitts. Die pausenlose Vorführung geschah durch drei AEG-Apparate, ein gesonderter Apparat stand für Dia-Projektionen zur Verfügung. L2779+80

Auf dem Eckgrundstück vier- bis sechsgeschossiger, kreissegmentförmiger Mauerwerksbau nach dem Vorbild des römischen Colosseums mit dreifach gestufter Attika und vorgelagertem Eingangsbereich. Gleichmäßige, vertikale Gliederung durch Pilaster, Balkone und Fenster. Großzügiger Vorplatz. Spitzwinklig zulaufender Kinosaal, halbkreisförmige Bühne, versenkbarer Orchestergraben; Rang mit Logen bis zum Bühnenrahmen; im Rang weit mehr Plätze als im Parkett. Im Krieg ausgebrannt; Ruine bis 1953.
Quelle. berlin.de

Der Kinosaal verfügte auf dem Balkon im Rang und Oberrang zusammen über mehr Sitzplätze als im Parkett. Auch verfügte der Saal über Hinterwandlogen im Rang und im Parkett, als auch über Logen an der Rangbrüstung. Im Saal war auch eine Bühne und ein Orchestergraben eingebaut, der Tonfilm kam erst nach der Eröffnung. Der Vorhang bestand aus goldgelbem Seidenplüsch. Farblich war der Saal in Gold- und Rottönen gehalten, die Bestuhlung war aus Mahagoniholz gefertigt und mit kardinalrotem Stoff bezogen. Über dem Saal befand sich eine beleuchtete Kuppel. Quelle: Dekorative Moderne, 2013. (ISBN 9783643122933)

Schon bald nach der Eröffnung ging das Theater in die Hände von Fritz Staar über, wobei Theaterleiter Alexander Grohmann an Bord des Unternehmens blieb.


Ansicht 1929 (Bildquelle: Postkarte)

Ansicht 1930 (Bildquelle: Postkarte)

Ansicht 1930 (Bildquelle: Postkarte)

Mehr über das Kino bei Cinematreasures

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Datum der Erstellung/letztes Update: 12.03.2019