CAPITOL

Berlin - Wilmersdorf, Kurfürstendamm 163

eröffnet:
geschlossen:
Sitzplätze: 1763 (1929)
Architekt: Erich Mendelsohn (1929) - Anton Zimmer (Fassade 1950) - Hermann Fehling (Einbau Studio 1948 - Capitol 1950)
Betreiber:
Ufa
Willy Hein
Johannes Betzel
Deutsche Cinerama GmbH, Düsseldorf
1929-1936
1937-1943
1946-1973
1959-1963
Kinoname: Universum
neuer Kinoname: Luxor
neuer Kinoname: Capitol & Studio
nur "Capitol", "Studio weiter J. Betzel

Das Großkino wurde 1928 vom Architekten Erich Mendelsohn als Teil des Woga Komplexes (Wohn/Geschäftsbebauung und mit dem zweiten Theater: Kabarett der Komiker) erbaut, am Kürfürstendamm etwas zurückgesetzt am Lehniner Platz. Der Zuschauerraum fasste im Parkett 1276 und im Rang 487, zusammen also 1763 Plätze. Das Universum wurde von der Ufa zunächst als Uraufführungstheater betrieben, aber bereits 1931 stellte man mangels Zuschauern auf Reprisenprogramm um..  Die Ufa berlor wohl das Interesse an dem Standort, denn 1937 verkaufte man das Haus an den Unternehmer Willy Hein. der das Kino in "Luxor-Palast" umtaufte.
Ab 1943 spielte das Theater "Scala" im Haus, das sich nun "Halensee-Palast" nannte.
Nach Bombenschäden im letzten Kriegsjahr konnte man ab April 1946 wieder spielen. Kinounternehmer Betzel baute das Haus anschließend um. Im ehemaligen Kassenraum entstand 1948 das "Studio"  und der verkleinerte Saal hieß seit seiner Wiedereröffnung 1951  "Capitol".
Der Vorraum beherbergte nun eine möndäne Bar und in den Seitengängen des Zuschauerraums stellten bekante Berliner Firmen ihre Erzeugnisse in Vitrinen zur Schau. Über dem Zuschauerraum wölbte sich ein gestirnter Nachthimmel, so das man den Eindruck haben konnte, im Freien zu sitzen und auf das Funkturmgelände zu schauen, denn eine Dekoration mit Funkturm und Springbrunnen rahmte Bühne und Leinwand ein. W5110
1957 erfolgte die Umrüstung auf Breitwand durch Architekt Gerhard Fritsche. 1959 übernahm dann wieder die "Ufa" (zusammen mit amerikanischen Partnern) das Haus, baute den Rang wieder ein und eröffnete das vergrößerte Haus als erstes "Cineram"-Kino Deutschlands. Das Engagement währte nicht lange, schon 1960 zog man sich wieder zurück und ab 1964 leitete erneut Herr Betzel das Unternehmen. 1968 zog ein Beatclub ins "Capitol" ein, ein Jahr später wurde es als Musicaltheater genutzt. Nachdem 1973 auch das kleinere "Studio" den Kinobetrieb einstellte, kaufte der Berliner Senat 1975 das Haus für 6 Millionen Mark. Nach längerer Umbauphase residiert nun seit 1981 die "Schaubühne" in den Räumen.
Weitere Informationen auf der Webseite der Schaubühne, in einem "Spiegel"-Artikel von 1948 und auf Wikipedia.
Einen Artikel über Kinounternehmer Betzel finden Sie hier.


Ansicht 50er-Jahre
Vielen Dank an Uwe Friedrich für das Photo

Ansicht 1952
(Bildquelle: Der Neue Film)

Ansicht 1929
Bildquelle: Postkarte


Ansicht 1952 (Bildquelle: Postkarte)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 04.08.2018