DEUTSCH - AMERIKANISCHES  THEATER

Berlin, Köpenicker Str. 68 

eröffnet: 1919
geschlossen: 1941
Sitzplätze: 850 (1926) - 1116 (1928) - 1081 (1934)
Architekt: August Endell (Theaterbau 1901) - Alexander Ferenczi (Umbau 1929)
Betreiber: Erich Kraft                                                            1919                  Kinoname: Richard-Oswald-Lichtspiele
kein Kinobetrieb                                                    Anfang 20er
Fred Engländer                                                      1924-1925        neuer Kinoname: Deutsch-Amerikanisches Theater
S. Gutscheiter                                                        1927-1928
Nicolaus Olah                                                        1929-1930
Lemke & Defries                                                   1931-1933
Hans Bollmann                                                       1934
Lemke & Abshagen                                                mind.1936-1941

1901 baute der Architekt August Endell ein ehemaliges Varieté im Hof der Köpenicker Straße 68 zum "Kabarett Überbrettl" um. Ab 1905 wurde daraus das "Deutsch-amerikanische Theater", später "National-Theater". Von 1910-1914 nutzte die "Neue freie Volksbühne" das Theater. 1919 ist hier erstmals ein Kino erwähnt, die "Richard-Oswald-Lichtspiele", die aber wohl nur kurz existierten. Eröffnungsfilm war "Die Arche" L1927+42
Anfang der 1920er-Jahre wurde dann wieder Theater gespielt, ehe das Haus 1924 erneut für die Kinonutzung renoviert wurde. Der Raum hatte eine bedeutend größere Breite als Tiefe mit zwei Rängen im Hintergrund. Die "Lichtbildbühne" sprach von "plumpen Konturen". Anstelle des früheren Rotbrauns war eine farbenfrohere, fast grelle Bemalung getreten.. Die Seitenwände, die expressionistisch stilisierte Formen gotischer Fenster zeigten, waren in Kaminrot und einem zarten Grün gehalten. Die Decke strahlte in einem warmen Gelb. Störend wirkten die unförmigen knallroten Türen und die etwas schematisch anmutende äußere Bemalung der Ränge.. Auch im Vestibül störten die "knalligen" Farben. Zur Wiedereröffnung liefen das Lustspiel "Gerhard lässt sich nicht verblüffen" sowie der Pola Negri-Film "Schatten von Paris". Das Programm wurde durch Bühnenauftritte bereichert. L24101

Nicolaus Olah beauftragte 1929 seinen Landsmann, den Filmarchitekten Alexander Ferenczi für die Umgestaltung des Kinos. Es entstand ein modernes Theater mit Kuppelwölbung, zwei Rängen. Lichtpfeilern als Bühnenfassung, eisernem Vorhang und  Querwandbeleuchtung. Beim Wiedereröffnungsabend vor geladenen Gästen aus der Branche erschien nach einer vom 12 Mann starken Hausorchester unter der Leitung von Fritz Prager Georg Alexander auf der von Bühnenmeister Robert Wuttke errichteten Bühne. Er erzählte über die Baugeschichte und verteilte Preise eines Preisausschreibens, das den Namen des Kinos festlegen sollte. Das Publikum entschied sich dabei, den alten Namen zu belassen. Nach dem Dieterle-Film "Ich lebe für Dich" folgte die Operettenrevue "Die schöne Galathé" mit Gustl Beer, Gretl Lilien, Phili Bernbrunn und Fritz Steilau. Unter der Leitung von Geschäftsführer Josef Schicker folgte ein Gang durch alle Nebenräume.  L29233 K29229

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und 1960 ein Heizkraftwerk an der Stelle errichtet, welches heute als Kulturstandort genutzt wird.
Einen ausführlichen Bericht über die Theatervergangenheit des Hauses lesen
Sie hier oder auch hier. Die lange Kinozeit wird dabei in zwei Sätzen abgehandelt...


Deutsch-Amerikanisches Theater 1924 (Bildquelle: Der Kinematograph / Hans Uwe Brachvogel)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 22.01.2021