KRISTALL - PALAST

Berlin - Wedding, Prinzenalle 1-6

eröffnet: 1926 / 23.12.1955 (Wiedereröffnung)
geschlossen: 29.02.1980
Sitzplätze: 1002 (1927) - 1020 (1934) - 1995 (1940) - 752 (1955/1962) - 662 (1978)
Architekt: Wilhelm Kratz (1926) - Bruno Meltendorf (Wiederaufbau 1955)
Betreiber:
Dr. Ramin, Gf: Dr. Rittershausen
Vereinigte Lichtspiele d. Nordens AG
Walter Ehrlich, Karl Thomas
Karl Thomas
Thomas & Co., Gf: Max Knapp
Knapp & Co., Gf: Dir. Max Knapp
1926
1927-1929
1930-1933
1934-1935
1936-ca.1944
1955-1980
                                     


Der "Kristall-Palast" entstand 1926 durch den Umbau einer ehemaligen Messehalle. Der schlichten Halle mit rechteckigem Grundriss und Bühnenanbau stellte Architekt Wilhelm Kratz eine imposante Eingangsfront zur Prinzenallee vor.
Gleich nach Kriegsende gab es schon Pläne zum Wiederaufbau des schwer beschädigten Gebäudes. Jedoch dauerte es bis Weihnachten 1955, ehe die Wiedereröffnung gefeiert werden konnte.
Die Fassade mit wirkungsvoller Neonbeleuchtung zog die Blicke der Passanten auf sich. Breit öffnete sich die Kassenhalle mit ihrer Glastürenfrontließ den Blick in das weitgeschwungene Foyer mit seiner Erfrischungsbar und dem Sarotti-Stand frei. Die Decke des Foyer wurde von einer riesigen, indirekt ausgeleuchteten Voute gebildet und ließ die Steigung des darüberliegenden Hochparketts erahnen. Der Fußboden war mit Floorbest-Platten strahlenförmig ausgelegt. Elegant geschwungene Umgänge und Treppen führten direkt oder in über ein in den Farbverbindungen Blau-Rosé gehaltenes Hochparkettfoyer in den Zuschauerraum, der durch seine akusrisch bedingten Polsterwände mit neapelgelber Acella-Bespannung und seiner Bestuhlung mit grauem Cord-Bezug trotz seiner Größe intim wirkte. Ein Velvet-Vorhang in klassischem Theater- Rot, angestrahlt von einer mehrfarbigen Rampenbeleuchtung und beidseitig eingerahmt von einem indirekt leuchtenden kaminförmigen Bühnenrahmen schaffte eine festliche Atmosphäre, die durch das Licht der interessanten Beleuchtungskörper gesteigert wurde. Der Zuschauerraum war mit einer Gas-Luftheizung ausgestattet. Der Bildwerferraum wurde mit zwei Ernemann VII B-Rechtsmaschinen, einem Doppel-Diaprojektor und zwei SAF-Gleichrichtern mit 80 Ampere ausgestattet. Die Bühne erhielt eine gewölbte Leinwand von 4,60 x 10,70 m.

Das Kino schloss 1980 und wurde danach durch einen Neubau ersetzt.


     
Ansicht 1955 (Bildquelle: Filmblätter 8/1956)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 94.05.2019