MARMORHAUS

Berlin, Kurfürstendamm 236

eröffnet: 01.05.1913 (andere Quellen: 18.3.1913)
geschlossen: 24.01.2001
Sitzplätze: 581 (1918) - 618 (1932) - 613 (1958) 613/220/100/175 (1978)
Architekt: Hugo Pál
Betreiber: AG für Kinematographie und Filmverleih, Straßburg   1913, nach kurzfristiger Verpachtung wieder ab Frühjahr 1914  L1419
Marmorhaus Theater GmbH Dir: Goldschmidt             mind. 1918-1924
Phoebus Film AG                                                       November 1924-1929
Emelka                                                                      1930-1931
„Tolirag" Ton- und Lichtbild-Reklame AG                  1932-ca.1934
Ufa                                                                            ca.1935-1944
Karl Jacob                                                                 mind.1947- 1955
Ufa                                                                            1956-2001

Das Marmorhaus mit seiner prächtigen Fassade aus echtem schlesischen Marmor ist ja bereits als eine Zierde der Zoogegend bekannt. Dieses schöne Haus birgt in seinem Innern ein Theater von feinster und intimster Wirkung. Schon das Vestibül mit der echt vergoldeten Kuppel und den Malereien von Cesar Klein, der Kassenraum in echtem Mahagoni und die schöne Glashalle, von der vier Treppen nach dem Parkett und dem Rang hinaufführen, versprechen für das Innere des Theaters Außerordentliches.
Der Theaterraum selbst zeichnet sich vor allem durch eine wunderbare Behaglichkeit aus. Die 400 Sitzplätze im Parkett und die 200 im Rang sind sämtlich bequeme Klubsessel. Über Wänden aus Mahagoni mit Malereien und Bildhauereien breitet sich ein  originelles Deckenoval ais Majolika hin. Ganz besonders reizvoll ist die Beleuchtung, die mit ihrem verschleierten Charakter und ihren sanften Wirkungen eine intime und behagliche Stimmung erzeugt. Die Aktiengesellschaft für Kinematographie und Filmverleih in Straßburg hat das Haus von dem Eigentümer Reichenbach gemietet. Artistischer Leiter ist ein bekannter Bühnenkünstler, der frühere Oberregisseur Theo Sigmund
Quelle: Lichtbild-Bühne  11/1913

Eröffnungsfilm war "Das goldene Bett" von Olgas Wohlbrück.

Das Marmorhaus am Kurfürstendamm in Berlin wurde 1912/1913 erbaut nach Entwürfen des Architekten Hugo Pál. Namensgebend war eine edle Fassade aus Marmor, die sich in voller Höhe über fünf Geschosse hochzog. Die expressionistischen Wand- und Deckenmalereien im Foyer und Zuschauerraum gestaltete der Maler César Klein. Er entwarf auch die farbige Glasdecke im Foyer, ausgeführt von der Firma Puhl & Wagner in Berlin-Neukölln. Nach dem Umbau durch die UFA 1975 wurden zusätzlich zu dem großen Saal mit Balkon vier Schachtelkinos eingebaut. In den 1980er-Jahren erwarb sich das Haus einen legendären Ruf durch die regelmäßig stattfindenden „Langen Filmnächte“, Double Features mit zwei Filmen zu einem Preis. 1998 wurde das Kino einer dringend notwendigen Komplett-Renovierung unterzogen. Diese konnte jedoch den Zuschauerschwund, der seit der Eröffnung von immer mehr Multiplex-Kinos alle traditionellen Ku'damm-Kinos betraf, nicht stoppen. So erschien es dem Hausherrn, UFA-Chef Volker Riech, nur drei Jahre nach der Renovierung attraktiver, die begehrte Ku'damm-Immobilie an eine Modekette zu verkaufen als das Kino weiter zu betreiben. Mit dem Marmorhaus schloss 2001 das älteste Kino am Kurfürstendamm.
Quelle: wikipedia

 Weitere Artikel finden Sie hier, hier sowie im Kinokompendium Berlin

    Marmorhaus 1955 

 Marmorhaus 1983
Vielen Dank an Uwe Friedrich für die Bilder

Marmorhaus 1998
Vielen Dank an Thorsten Harwardt für das Bild

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