NEUE  ALHAMBRA

Berlin - Wedding , Badstr. 58 a

eröffnet: 1923
geschlossen: 1969
Sitzplätze: 882 (1930) - 820 (1958)
Architekt: Bruno Meltendorf (Umbau 1954)
Betreiber: Josef Deutsch                                                                 1923-mind.1924          Kinoname: Alhambra

Vereinigte Lichtspiele des Nordens                                 1930

Karl Thomas, später Thomas&Co Gf: Max Knapp         mind.1935-mind. 1967

                                                                                      neuer Kinoname 1939: Neue Alhambra

Im ehemaligen "Voigt-Theater" richtete Joseph Deutsch 1923 ein Lichtspieltheater ein, das sich aber auch danach noch Film- und Bühnenschau nannte. Da in den Vorkriegs-Branchenadressbüchern das Jahr 1900 als Eröffnungsdatum genannt wird, kann man annehmen, daas im Theater bereits gelegentliche Filmvorführungen stattfanden.

Das in den Saal hereinragende Treppenhaus unterbrach den regelmäßigen Verlauf der sonst geschlossenen Bestuhlung. Den an den Seiten auskragenden Rang unterteilte ein Mittelgang in zwei Sitzblöcke, entlang der geschwungenen Brüstung gruppierten sich Logen.. 1936 wurden die Saalwände elegant mit rotem und silbernen Samt verkleidet, die Eingänge auf zwei reduziert und die Kasse in die linke vordere Ecke des Foyers verlegt, in der sie mit dem Schwung der Treppe harmonisierte. Durch diese Massnahmen wollte man der Konkurrenz der grossen Häuser "Mercedes-Palast" und "Kristall-Palast" gewachsen sein. Die angestrebte Umwandlung in einen Theaterbetrieb wurde nicht genehmigt.

Auch nach dem Krieg, als das Haus schon nach wenigen Monaten wiedereröffnete, wurde das Haus oft für Varieté und Sprechstunden der Bezirksverwaltung genutzt. Auf dem Programm der 50er-Jahre standen hauptsächlich Abenteuerfilme.

Beim Umbau 1954 wurde vor allem der Eingangsbereich verändert. Die beiden gläsernen Schwingtüren faßte ein halbkreisförmiges, weit auskragendes und durch zwei Pfeiler gestütztes Dach, welches zur Strasse hin anstieg, zusammen. Indirekte Beleuchtung strahlte es von unten an. Die Kassen verlegte Architekt Bruno Meltendorf nach Aussen und die Wand wurde gekachelt. Auf dem Vordach sowie dem Dach erstrahlte das Logo "Neue Alhambra".

Vom Kino ist heute nichts mehr zu sehen.

Neue Alhambra 1955   (Fotoquelle: Filmblätter 25/55)

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