PALLADIUM

Berlin - Kreuzberg, Baerwaldstr. 17-30

eröffnet: Weihnachten 1926
geschlossen: 1961
Sitzplätze: 962 (1927) - 954 (1940) - 958 (1950) - 900 (1960)
Architekt: Fritzsche (Umbau 1926)
Betreiber:
Fritzsche, Hübsch & Fritz Reiser - Palladium Film- und Bühnenschau GmbH
Bruno Esbold, Potsdam
J. Lusternick und A. Neukrug
Fritz Wege
Bruno Esbold
Ernst Wolff
1926-1928
1929-1930
1931-1933
1934
mind.1936-mind.1942
mind.1947-


Zu Weihnachten 1926 wurde an der Ecke Baerwald-/Blücherstraße das erste Großkino in dieser Ecke der Stadt eröffnet. Es entstand durch den Ausbau der ehemaligen Reithalle des II. Garde-Dragoner-Regiments. Architekt war laut dem Buch "Kinoarchitektur in Berlin" der erste (Mit-)betreiber Fritzsche. Von Weitem erkannte man  schon die auffallende Fassadenbeleuchtung in verschiedenen Farben. Die achtachsige Fassade aus Backstein war reich gegliedert mit profiliertem Gesims.  Der Saal bot den „Palladium-Lichtspielen“ Raum für etwa 960 Sitzplätze und besaß eine Bühne von 6 m × 7 m, für die täglichen Vorstellungen wurde das Programm zweimal in der Woche gewechselt. Das Kino wurde in den 1940er Jahren mehrfach als Uraufführungstheater der UFA genutzt. Das Kino hatte einen geräumigen Vorraum mit Kasse, eine weite Halle mit Garderobe und Büffet sowie den Innenraum ohne Rang.. Dieser war hinten durch eine Loge abgeschlossen, in dem brennende Ziegelrot der Wände und die in Gelb gehaltene indirekte Beleuchtung wirkungsvoll miteinander abgestimmt waren. In einen geschmackvollen Rahmen war die Bühne war mit einem grünlich-silbernen Vorhang gestellt.  L27001
Zur Eröffnung wurde der Film "Die lachende Grille" gespielt. Anschließend gab es auf der Bühne die Revue "Achtung! Welle 5000" mit Schlagern und reizenden Kostümen, untermalt vom Orchester Max Klinkes. Die technische Leitung hatte Willy Richter.
Vor Filmbeginn gab es Varieté-Aufführungen, es wurden Operettenszenen und Darbietungen von Zauberern und Feuerschluckern geboten.
Das Palladium war mehrfach Uraufführungstheater, so am 30.12.1941 für "Illusion", am 6.1.1944 für "Um 9 kommt Harald"  oder am 26.9.1944 für "Musik in Salzburg".  Quelle: 
filmportal.de
Im Jahre 1930 übernahm Bruno Esbold aus Potsdam (Vorführer Wilhelm Sieker) das Kino in der Baerwaldstr. 17 und ließ von Tobis auf Tonfilm-Vorführung umrüsten. 1932 wurden J. Lusternick und A. Neukrug die Betreiber, wobei nach 1937 abermals Bruno Esbold als Inhaber im Reichskino-Adressbuch genannt ist. Das Gebäude entlang der Baerwaldstraße blieb durch den Krieg hindurch erhalten In den Nachkriegsjahren führte Ernst Wolff die Palladium-Lichtspiele (980, dann 958 Plätze) mit 17 Vorstellungen in der Woche an sieben Tagen. 1957 wurde mit dem Vorführer Harry Wachtel auf Breitwand (CinemaScope) umgerüstet. Mit den Bild- und Tonsystemen „CS 1 KL“, „CS 4 KM“ und „Perspecta“ waren die Bildwand-Formate 1:2,35 und 1:2,55 möglich, die Wiedergabe erfolgte vom Projektor Ernemann VII B (Lichtquelle: Becklicht) mit Verstärkern und Lautsprechern von Klangfilm, hinzu kam die tönende Diaabspielung. Die 910 Sitzplätze waren gepolsterte Kinosessel, die Anzahl der wöchentlichen Vorstellungen stieg auf 21 mit zwei Matinee-/Spätvorstellungen.
Auf dem Grundstück der Kaserne, wo sich auch der Kinosaal befand, entstand nach dem Abriss der verbliebenen Gebäude ab 1976 ein Schulkomplex und eine Kita.
Quelle u.a: 
Wikipedia und "Kinoarchitektur in Berlin" - Reimer Verlag

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Datum der Erstellung/letztes Update: 26.12.2018