PICCADILLY

Berlin - Charlottenburg, Bismarckstr. 93-94  

eröffnet: Oktober 1925
geschlossen: 22.11.1943
Sitzplätze:
Architekt: Fritz Wilms
Betreiber:
Hein & Kreisle GmbH
Willy Hein
1925-1932
1933-ca.1944
                                                                                      

Noch in diesem Monat wird in der Bismarckstraße ein neuer Filmpalast eröffnet werden, der sowohl äußerlich wie auch in der inneren Anlage einen vollendeten Typ des modernen Lichtspieltheaters darstellen wird. Es ist dies das „Piccadilly". Das „Piccadilly" wird keine Ränge besitzen. Seine 1400 Plätze sind amphitheatralisch angeordnet, Bemerkenswert ist an diesem Theater auch, daß hier in vorbildlicher Weise der Sicherheit des Publikums Rechnung getragen wird, Zehn Ausgänge führen aus dem Saal, unmittelbar und ohne Treppen ins Freie, Dadurch wird eine vollständige Leerung des Hauses in kürzester Zeit ermöglicht. Eine ganz moderne Heizungs- und Entlüftungsanlage wird es ermöglichen, die verbrauchte Luft des Theater-Innern mit im Sommer vorgekühlter, im Winter vorgewärmter frischer Luft auszutauschen. Und dies vollkommen unbemerkt innerhalb einer Stunde! Gewiß eine große Errungenschaft, wenn man bedenkt, daß es sich dabei um eine Luftmenge von 30 000 cbm handelt! Eine dreizehn Meter breite Bühne wird Varieteaufführungen modernsten Stils ermöglichen. Sie ist durch eine Rampe mit dem Hof unmittelbar verbunden, so daß ein direktes Auffahren von Fuhrwerken und Tieren gewährleistet ist. Eine fünfundzwanzig Mann starke Kapelle, die unter der Leitung des aus dem Primus-Palast her wohlbekannten Kapellmeisters H. H. Dransmann steht, wird in einem versenkten Orchester spielen. Eigentümer des Theaters ist die Lichtspieltheater G. m. b. H. Hein und Kreisle. Die Leitung liegt in den Händen Herrmann Feldschuhs, der ausgezeichnete Proben seiner „showmanship" im Welt-Theater im Osten gegeben hat. Sicherlich wird Charlottenburg es hoch zu schätzen wissen, mit dem "Piccadilly" einen der schönsten, größten und modernst eingerichteten Lichtspielpaläste Deutschlands zu erhalten.
Quelle: Der Kinematograph 973/1925

Nach dem Krieg eröffnete hier das "Bismarckbad" anstelle des1943  beschädigten Filmtheaters. Es existierten Pläne von Fritz Wilms zum Wiederaufbau, die dann allerdings nicht mehr realisiert wurden.

   
Ansicht 1925 (Quelle: Deutsche Bauzeitung 1926)

Ein weiteres Bild finden Sie bei Cinematreasures

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