CAPITOL

Bochum (Nordrhein-Westfalen), Kortumstr. 51

eröffnet: 12.04.1949 (Wiederaufbau) - 16.08.1974 (Neubau)
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 1000 (1930) - 735 (1940) - 843 (1949) - 886 (1962/1971) - 320/224 (1974) - 250/170/160/150/42/40 (1994) - 216/142/156/136/36/22 (2013)
Architekt: Karl Hellrung & Hanns Rüttgers (Wiederaufbau 1949 und Einbau "Studio" 1956)
Betreiber:
Emil und Hugo Picht
Arthur Jacobi, Berlin
Lichtspielhaus GmbH Gf: Otto Peysl, später Koester
Heukeshoven & Co
Hans Georg Rehs
mind.1930-1932
1933
1934-ca.1944
1949-1978
1978



Seit 1928 trug das Kino den Namen "Capitol", doch schon zuvor wurden hier angeblich Filme gezeigt.

Das Kino wurde im 2. Weltkrieg komplett zerstört. Allein die Beseitigung des Schuttberges dauerte 2 Monate, der anschließende Wiederaufbau 1948-1949 weitere 11 Monate.
Der Neubau hatte Balkon und Logen. Ein schön eingerichteter Vorraum war von dort aus von zwei Seiten erreichbar. Im Zuschauerraum fanden 843 Zuschauer Platz. Die Decke bestand aus Rigips-Platten mit aufgesetzten Holzprofilen. Die Farbgestaltung wurde vom Düsseldorfer Kunstmaler Willy Weygand entworfen und von der Bochumer Firma Birkenfels ausgeführt. Die ganz in Nussbaum-Holzverkleidung gehaltene Bühnenumrahmung machte einen wuchtigen Eindruck. Sie hatte verschiedene, gut zum Raum passende Vorhänge. Im Vorführraum befanden sich zwei Bauer B 8-Maschinen.
Eröffnungsfilm war "Der Engel mit der Posaune".

Die von Theaterleiter Willy Wirth gestarteten Matineen „Zyklus dies guten Films" hatten seit ihrem Start 1951 einen derart großen Erfolg, das sich die Theaterfirma entschloss, ein eigenes Theater mit gleicher künstlerischer Richtung als Tagesprogramm zu bauen. Hierzu verhalfen ihr die Architekten Rüttgers (Düsseldorf) und Hellrung (Bochum), die das alte “Capitol” in der Kortumstraße vollständig umbauten und aufstockten. Das neue "Studio" lag im Zwischenraum über dem "Capitol". Es wurden ein eigenes, modernes Foyer und Garderoben eingerichtet. Der unsymmetrische Theaterraum in warmer, harmonisch abgestimmter Farbtönung: mit 240 hochgepolsterten Sitzen  verlieh dem neuen Bau intimen Charakter. Bewundernswert der in zarten blauen, weißgelben. und fliederfarbenen Tönen gehaltene Vorhang. Für die Innenarchitektur  war K. Weygand aus Düsseldorf verantwortlich. Im Bildwerferraum stand eine Ernemann-X-Anlage für sämtliche Bild- und Tonverfahren.  Zur Eröffnung im festlichen Rahmen  „Wunder der Prärie".  N5604

1974 wurde das Haus neu aufgebaut. Die Fassade wurde nach den Entwürfen eines Bochumer Künstlers poppig und frech gestaltet. Von rechts oben nach links zu den Eingangstüren hatte der Anstrich folgende Farben: Ockergelb,Rot, Grün und Hellrot. Neben dem Eingang für das Doppeltheater entstand der Eingang für einen Supermarkt, der im Erdgeschoss eingerichtet wurde. Das neue "Capitol" befand sich im ersten Stock.
Die Farbenfreude und Ornamentik der Außenfront wiederholte sich in der Saal-Tapete. Ein reich dekorierter Vorhang in Orange, warme Brauntöne von Makassaholz und ein bunt gemusterter Veloursteppich sowie die stark gegliederte Decke aus Rigips-Akustikkörpern bildeten den angemessenen Rahmen für die Hauptattraktion des Raumes: die französischen Supersessel aus, orangefarbenes, atmungsaktives Skai und hellbeige Glasfieber-Schalen waren die Ingredienzen dieser Sitzlandschaft. Im Saal fanden 320 Besucher Platz. Die ursprüngliche Idee eines Raucherkinos wurde nicht umgesetzt. Im Vorführraum standen Ernemann IX-Maschinen mit Hasso-Vorsatz (1800-m-Spule), versehen mit einer Computer-Automatik.
Das renovierte "Studio" erhielt ebenfalls die französischen Sessel aus der selben Farbe, jedoch nicht aus Kunstleder. Durch den Einbau eines 16 mm-Projektors ließen sich im kleinen Saal auch Schmalfilme vorführen - ein Vorteil für Außenseiterfilme und Retrospektiven. E7447 
In den Jahren danach kamen durch weitere Umbauten noch vier weitere Säle dazu. Insgesamt wurden dafür 2,6 Millionen Mark aufgewendet. E8230
In den 1990er-Jahren wurde der Kinocenter in "Bofimax" umbenannt, was später wieder zurückgenommen wurde.


Saal 1949 (Bildquelle. Filmwoche 36/1949)

     
Außenfront und Saal 1974 (Bildquelle. Filmecho 47/1974)

   
Großer Saal 1977 und 1982 (Bildquelle: Filmecho 17/1977 und 30/1982)  

   
weitere Säle 1982 (Bildquelle: Filmecho 30/1982)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 02.05.2020