| ATRIUM |
Bonn (Nordrhein-Westfalen), Sternstraße 54
| eröffnet: | 1921 A2138 | ||||
| geschlossen: | 1975 |
||||
| Sitzplätze: | 550 (1925) - 480 (1928) - 500 (1934/1950) - 600 (1953/1958) - 584 (1959/1971) |
||||
| Architekt: | Hanns Rüttgers (Umbau 1954) | ||||
| Betreiber: |
|
| Das Lichtspieltheater wurde 1921 im "Handelshof"
eingebaut. Im Jahre 1934 kauften drei Filmkaufleute das Haus Sternstraße 54.
Dies waren der Filmtheaterbesitzer Hans Kohnen, gebürtig aus Aachen, jetzt
wohnhaft in Gelsenkirchen-Buer, der Filmtheaterbesitzer Bertram ("Bätes")
Radermacher aus Bad Godesberg, der auch die Gangolf-Lichtspiele und das
Universum in Bonn sowie die Kurlichtspiele in Bad Godesberg betrieb, und der
Filmverleih-Vertreter John ("Jonny") Seelk aus Hamburg, der in Düsseldorf für
den Schorcht-Filmverleih tätig war. Die drei Partner wollten in erster Linie ein
Kino betreiben. Das gelang auch bis nach dem 2. Weltkrieg. 1945 wurde das
"Moderne Theater" als einziges spielbereites Haus in der Bonner Innenstadt von
den Alliierten beschlagnahmt. Abwechselnd wurden dort Filme für die englische
und belgische Besatzung aufgeführt. Ein Beispiel für die drakonischen Strafen des Nazi-Regimes findet sich in einer Meldung des "Film-Kuriers" 1940: Der Vorführer des Kinos wollte mit zwei Kumpels die Kasse ausrauben. Dabei schlugen sie die Kassiererin zusammen.Letztere konnte aber noch um Hilfe rufen und die zwei Komplizen ergriffen die Flucht. Da das Trio schon mehrere Raube auf ihrem Konto hatte, wurde gegen sie die Todesstrafe verhängt. FK4030 1949 wurden der Kassenraum modernisiert und mit Tageslicht-Leuchtstoff-Lampen versehen, die dem Eingang eine strahlende Helle verliehen. W4948 Nach und nach wurde das Kino bis 1954 auch für die deutsche Bevölkerung freigegeben. Allerdings zeigte sich, dass die Einrichtung (Stühle, Bodenbelag, Wände) übermäßig stark gelitten hatte. So entschloss sich Hans Kohnen mit seinen Geschäftsfreunden zu einem Umbau. Nach viermonatiger Umbauzeit wurde das bisherige "Moderne Theater" unter der neuen Bezeichnung "Atrium-Lichtspiele" wieder dem Publikum zugänglich gemacht. Durch eine mit Travertin-Marmor verkleidete offene Kassenhalle mit anschließendem Foyer gelangte man in den um 4 m verbreiterten und 12 m verlängerten Zuschauerraum. Er faßte im Rang und Parkett rund 600 Besucher. Edelholzvertäfelung und grün-blaue Kunstleder-Bespannungen (Dekorationen Schmalzgräber & Driesen, Bonn) schaffen eine festliche Atmosphäre. Der Saal hatte eine Panorama-Bildwand und Hochpolster-Bestuhlung. Eröffnet wurde es mit Carl Zuckmayers "Des Teufels General" (Curd Jürgens) unter Teilnahme von Zuckmayer. In den ersten Tagen war auch der damalige Bundespräsident Theodor Heuß zu Gast. N5421 W5411 Nachdem John Seelk bereits aus der Firma ausgeschieden war, ließ sich in 1960 auch Bertram Radermacher abfinden. Von 1960 bis 1975 war das "Atrium" dann 15 Jahre lang an den Filmkaufmann Krüger (Berlin, Köln, Bonn, München) verpachtet. Nach jahrelangem Überlegungen entschloss sich Hans Kohnen in im Jahre 1976, mit Unterstützung seines Sohnes Hans-Joachim, den Umbau in eine Passage durchzuführen. Am 6. Januar 1976 begann der Umbau, am 6. Oktober eröffneten die ersten 4 Läden (an der Sternstraßenseite).Quelle u.a: Sternpassage Bonn |