CAPITOL

Dortmund (Nordrhein-Westfalen), Hansastr. 7

eröffnet: 03.10.1929
geschlossen: 1964
Sitzplätze: 1902 (1930) - 1898 (1940) - 1858 (1951) - 1858/291 (1956/1962)
Architekt: Jacob Koerfer 
Betreiber:
Emelka-Theater AG
Ufa
Deutsche Filmtheater GmbH, Düsseldorf
Ufa
1929-1932
1932-ca.1944
1950-1955
1956-1964
Kinoname: Emelka-Palast
neuer Kinoname: Capitol

    


Das Westfalenhaus wurde 1929 nach Plänen des Architekten Jacob Koerfer errichtet. Mit dem darin integrierten "Emelka-Palast"-Filmpalast entstand 1929 das fünfte Großkino in Dortmund mit einem Fassungsvermögen von nahezu 2000 Sitzplätzen.

Eine strahlend erleuchtete Vorhalle in grauem Marmor mit Werbeflächen empfing den Besucher, der von dort in eine zweite Halle gelangte. Hellblaue wände und silberne Decke sowie blauer Teppichbelag bildeten eine gelungene Farbzusammenstellung. Durch hohe Glastüren führten breite Eingänge in rötlichem Braun gehaltene Foyer. Auch hier war die Decke versilbert und der Boden mit schwerem, blauen Teppich belegt. Die indirekte Beleuchtung in diesen Räumen strömte aus der Decke. Zum Rang gelangte man über breite Treppen, von einem runden Leuchtkörper erhellt und mit versilberten Geländer versehen. Das Rangfoyer zeigte bunte, fein abgetönte Farben.
Der große Theatersaal, der ähnlich wie das Kölner "Capitol" bis zur Decke herauf holzverkleidet war, wirkte warm und beinahe intim. Sämtliche Sessel waren gepolstert. Der Saal hatte Effektbeleuchtung und war mit allen technischen Errungenschaften der damaligen Zeit ausgestattet.
Zur Eröffnung lief der Film "Narkose", auf der Bühne zeigte Rudolf von Laban mit seiner Tanzgruppe seine Kunst. Die musikalische Leitung an diesen Tagen hatte Herr Schmidt-Boelke. Für die Bedienung der Christie-Orgel war Pierson Weber vom "Empire" in London verpflichtet worden. Das Orchester wurde von Waldo Favre geleitet. Ernst Dressler, der technische Leiter des "Emelka"-Konzerns hatte während der Bauzeit die technische Oberleitung. L29241 K29220

1932 übernahm die UFA die Emelka-Filmgesellschaft und nannte das Kino fortan »Capitol«. Der Zerstörung des Gebäudes im Krieg folgte der Wiederaufbau. 1955 gellte sich mit dem "Bambi" ein zweites, kleineres Kino zum großen Haus". Als das »Capitol« in die Brückstraße umzog folgte ein Boulevard-Theater. Im kleinen Haus residiert heute der Jazz-Club "Domicil".

Ein Bild vom Saal finden Sie hier.


"Emelka-Palast" 1931 (Bildquelle: Postkarte)

Westfalenhaus mit "Capitol" 1940 (Bildquelle: Postkarte)

Saal des "Bambi" 1955 (Bildquelle: Der Neue Film)


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Datum der Erstellung/letztes Update: 24.01.2021