KARLSPLATZ - LICHTSPIEL - THEATER

Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), Karlplatz 18

eröffnet: 05.02.1927 - 11.03.1949 (Wiedereröffnung)
geschlossen: 30.04.1964
Sitzplätze: 700 (1928) - 900 (1933) - 600 (1942) - 600 (1950) - 586 (1962)
Architekt: Karl Ehlert (Aufbau 1949) - Artur Gerard (Umbau 1953)
Betreiber:
Helene Kolb
Albert Andreas & Frau Richter
Georg Seuling
Helene Kolb Gf: Georg. Seuling
Nikolaus Reinecke & Ulrich Ehlers
Nikolaus u. Carola Reinecke
Karola Reinecke
Karola Gutberiet
1927
1927-1931
1931-1940
1941-1943
1949-1951
1952-1953
1954-1954
1954-mind.1962
                                     


Das Kino befand sich in einem schon seit 1890 bestehenden Restaurationsgebäude, in dem auch zuvor schon Filme gezeigt wurden. Im Jahr 1906 inserierte man unter der Bezeichnung "Orpheum-Bioskop" von September bis Dezember. Es wurde aber kein regelmäßiger Spielbetrieb durchgeführt. Danach verlegte man sich auf Theatervorstellungen. Frau Kolb gründete 1927 dann das "reine" Filmtheater und eröffnete es mit dem Film "Madame Sans-Gêne" mit Gloria Swanson, gefolgt von"Der Turf-Aristokrat" als rheinische Uraufführung. Helene Kolb veräußerte ihre Anteile schon bald und befand sich danach in Rechtstreitigkeiten mit ihren Nachfolgern, die ihr Missbrauch von Vollmachten vorwarfen. Wie das Verfahren endete, entzieht sich meiner Kenntnis. 2 Jahre später übernahm jedenfalls Georg Seuling, der geschiedene Ehemann von Frau Kolb, das Unternehmen und führte es - um 1940 anscheinend auch wieder mit seiner Ex-Frau zusammen - die Geschicke des Kinos. Auch nach dem Krieg scheint das Kino keinen guten Einfluss auf Ehen gehabt zu heben, denn bei Frau Reinecke und Frau Gutbriet handelte es sich um die gleiche Person...  L27220
1943 wurde das Gebäude durch Brandbomben beschädigt. Ob danach noch Spielbetrieb stattfand, ist unklar.

Das Kino wurde 1949 nach einjähriger Bauzeit wieder instand gesetzt. Lizenzträgerin war zuerst Gritt Aulich, die in den Jahren 1941-1943 verschiedene Berliner Kinos leitete. Das Unternehmen nannte sich bescheiden "Kino für Jedermann" und lockte durch recht niedrige Eintrittspreise. Durch zwei Doppeltüren gelangte man von der Straße in den Kassenraum. Zwei Eingänge links und rechts führten weiter in den Zuschauerraum, der in rot-goldenen Farben gehalten war. Der 15 m breite, 35 m lange und 7,55 m hohe Theaterraum wurde lediglich durch einige Neonröhren erleuchtet und mit Dampfheizung erwärmt. Fürs Erste wurden die Seitenausgänge mit Gummiläufern ausgelegt. Die eingebaute Bühne war 7,5 m hoch, 6 m breit und 4,5 m tief. Sie war zum Zuschauerraum durch einen silbergrauen Vorhang abgeschlossen und gestattete auch Theater- und Varietévorstellungen, die aber zunächst nicht geplant waren. Die Leinwand hatte die Ausmaße 3,5 zu 4,7 m. Im Vorführraum wurden zwei AEG-Maschinen Euro-K mit automatischem Kohlenachschub aufgestellt. Täglich waren 5 Vorstellungen geplant, Sonntags gab es auch Märchenfilm-Matineen. Als erster Film lief die Schweizer Produktion "Kriminalkommissar Studer", gefolgt von "Bravo, George". Erster gezeigter Märchenfilm war "Der Däumling". W4927 
Im Gegensatz zu dieser Darstellung der "Filmwoche" ist im Buch
„Vom Tanzsaal zum Filmtheater - Eine Kinogeschichte Düsseldorfs” zu lesen, das schon ab 11.3.1948 ein "Kino-Varieté Orbis-Palast" hier Theater- und Filmvorführungen organisierte.

1952 wurde das Kino renoviert. Dies betraf vor allem das mit schwarzem Glas ausgekleidete Foyer und die Vordachreklame. Gleichzeitig wurde die Technik erneuert. Es erfolgte der Neueinbau von zwei Bauer-B-12-Projektoren mit HI-75 und erhöhter Lichtleistung durch Kegelblende. Auch die Betriebssicherheit wurde erhöht, da neben Kühlgebläse (für Filmaufwege) nun durch Lüftermotor auch das Gesamtgehäuse zusätzlich mit gekühlt wurde. Zugleich gab es eine neuartige betriebssichere Überblendungseinrichtung für Bild und Ton, Mikro-Optik für stetige Beobachtung der Tonspur an der Tonabtasterstelle und den Neueinbau von zwei Jovy-Röhrengleichrichtern (je 75 Amp.) mit Lichtsteuern, zur verlustlosen Fernsteuerung. Weiterhin neu: waren Bauet-Kühlgebläse, elektrischer Vorhangzug sowie elektrische Installation im Bildwerferraum. W5213 N5219
Ende 1953 erfolgte der nächste Umbau, diemal vor allem den Saal betreffend. Der Zuschauerraum hatte jetzt eine fast japanische Atmosphäre. Besonders dekorativ: waren die 53 Opal-Wandleuchten nach Entwürfen von Prof. Wagenfeld und der mit Blattgold ausgelegte Bühnenrahmen. N5369
1956 wurde eine CinemaScope- Anlage installiert. N5665
1959 wurde das Programm auf  Non-Stopp-Programm mit ununterbrochenem Einlass ab 11 Uhr vormittags umgestellt. N5949

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Datum der Erstellung/letztes Update: 30.04.2020