TITANIA - PALAST

Frankfurt - Bockenheim (Hessen), Basaltstr. 23

eröffnet: 1929
geschlossen: 1977
Sitzplätze: 800 (1930) - 532 (1934/1940) - 570 (1941) - 622 (1949) - 650 (1971)
Architekt: Willy Lutz
Betreiber:
Deli
Gebr. Reuss, Baugeschäft, Friedberg Gf: Heinrich Wink
Wilhelm Reuss  Gf: Heinrich Weiss
Hans Müller
Hans und Erhard Müller
Walter Schlett
Geschwister Müller
1929-1930
1931
1932-1933
1933-1937
1938-1945
1945-1948
1948-1977
                                                      


Samstag nachmittags um 17 Uhr - zu einer etwas ungelegenen Zeit - wurde der der „Deli“ gehörende "Titania-Lichtspiel-Palast" in Frankfurt - Bockenheim eröffnet. Initiatoren des Projekts waren Robert Matter, Bernhard Löwenstein  und Friedrich Goerz. Dieses neue Vorort-Theater, in dessen Räumen sich früher die Liederhalle befand, war von der Ausstattung und der Grüße gesehen mit den Theatern im Zentrum der Stadt ebenbürtig.
Der gesamte Innenraum bildete eine Symphonie von Gelb oder Rot, den beiden Modefarben der Zeit. Das 34 Meter lange und 20 Meter breite Theater, dessen Leinwand die Maße 3,50 x 4,80 Meter aufwies und das im Vorführungsraum zwei Ernemann II Imperatoren zur pausenlosen Vorführung mit elektromagnetischer Kabinenfenster-Einrichtung  besaß, bot Platz.für mehr als 600 Zuschauer. Iin den Bau wurden 80.000 Mark investiert.
Architekt Willy Lutz und der Friedberger Generalunternehmer Heinrich Reuß dürften den Hauptverdienst für das Gelingen des schönen Baues in Anspruch nehmen. Besonders gut zusammengestellt war die zehn Mann starke, unter Leitung von Kapellmeister Thomas stehende Kapelle.
Die Eröffnungsfeierlichkeit gewann durch die Festrede des Generalsekretärs Noll (Berlin) vom Reichsverband, der in Vertretung des Kommerzienrats Scheer seine Heimatstadt aufsuchte. Noll wies auf die völkerverbindende .Mission des Lichtspieltheaters hin, und betonte das Bestreben der Theaterbesitzer, neuerdings auch die Vororte von Großstädten mit modernen Kinobauten zu verschönern. Die  neue „Deli“  (Deutsche Lichtspieltheater-Erwerbs- und Betriebsgesellschaf, Frankfurt am Main) verspreche auch für den Titania-Palast Erstaufführungen. Zur Eröffnung zeigte man den Van de Velde- Film "Die Ehe" mit Lil Dagover in der Hauptrolle, gefolgt von einem amerikanischen Lustspiel.
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1941 wird der “Titania-Lichtspielpalast” umfangreich modernisiert und die Gastwirtschaft muss dem neuen Kinofoyer mit Nebenräumen weichen. Der Gebäudekomplex übersteht den zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet, in den 1950er Jahren wird das Kino nochmals modernisiert, muss 1977 jedoch aus wirtschaftlichen Gründen seine Pforten schließen. Die Alt-Katholische Gemeinde erwirbt 1985 den gesamten Gebäudekomplex von der Familie Müller und veräußert den Kinosaal mit Hoffläche und Tordurchfahrt an die Saalbau GmbH der Stadt Frankfurt. 1987-89 wird der Kinosaal, die ehemalige “Liederhalle”, zum Bürgertreff  "Titania" umgebaut.
Quelle u.a: Freies Schauspiel Frankfurt

Artikel über das Kino lesen Sie  hier und  hier.



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