Am 18. Oktober
1957 wurde mit dem „Capitol“ an der Pucher Straße das vierte Kino in
Fürstenfeldbruck eröffnet, der erste gezeigte Film war „Der König der Bernina“,
ein Bergfilm mit Helmuth Schneider, Waltraut Haas und Ellen Schwiers. Bauherr
war Ludwig Weiss, die Planung und Bauleitung lag in den Händen des Architekten
und Diplomingenieurs Franz Gickler, Ludwig Weiss verpachtete das „Capitol“ an
Fritz Grünzweig und Josef Schuhbauer, zwei erfahrene Fachleute aus München. Die
am Bau des Kinos beteiligten Firmen waren beispielsweise die Unternehmen von
Karl Sitzmann ((Erd-, Beton-, Maurer- und Verputzarbeiten), Lorenz Kiener &
Co. (Dachstuhl für Kino und Geschäftshaus), Hans Seeberger (Spenglerarbeiten),
Ludwig Mall & Sohn (Schlosserarbeiten) und Siegfried Pulfer (Vergoldung der
Kinodecke, farbige Fassade des Geschäftshauses). Der Zweckbau überraschte durch
sein tiefliegendes, etwa 100 qm großes und in orangenen Tönen gehaltene Foyer.
Der Saal maß 15 x 25 Meter, die einfache flache Decke war mit
Weichfaser-Dämmplatten belegt und die Leinwand war 13 Meter lang. Die
cremefarbene Wandbespannung, die beiden breitgestreiften, in den Farben Gelb und
Rot bzw. Gelb und Schwarz gehaltenen Vorhänge, die schiefergraue, mit Goldmosaik
verzierte Decke und die sich über die ganze Wandbreite schwingenden 25 m langen
Neonleuchten verliehen dem Raum eine anziehende Note. Verstärkt wurde dieser
Eindruck durch die amphitheatralisch ansteigenden, rotgepolsterten
Kunstledersitze und durch die Cinerama-Bildwand (13,5 x 5,5 m, Durchbiegung 1,7
m). Das Bild-Ton-System stammte von der Fa. Zeiss-Ikon. Im Vorführraum standen
Ernemann X-Projektoren. E5793