SCHAUBURG

Geseke (Nordrhein-Westfalen), Hellweg 43 

eröffnet: 1912
geschlossen: 1985
Sitzplätze: 400 (1920) - 300 (1930) - 320 (1940) - 346 (1950) - 447 (1957) - 450 (1962) - 300 (1971) - 195 (1983)
Architekt: Alfons Nehaus, Düsseldorf (Umbau 1950)
Betreiber: Carl Schübbeler                                         1912                               Kinoname. Westfalia-Lichtspiele
Hermann Pohlmeier                                    mind.1917-mind.1921     neuer Kinoname: Lichtspiele
Johann Klasberg                                         mind.1926-1936
Helene Klasbeng                                        1937-1956                     neuer Kinoname ab 1950: Schauburg
Helene Klasberg & Hermann Müntefering  1957-1958
Hermann Müntefering                                1958-mind.1962
geschlossen  ?                                            Mitte 60er
Georg Peukes                                            1971
Siegrid Sauerland & Christine Bange          mind.1978-1985

Es war im Jahr 1912, als der 22-jährige Geseker Kaufmann Carl Schübbeler den Saal der Gaststätte „Schwarzer Adler“ pachtete. Er gründete das „Westfalia Theater erstklassige Lichtspiele Geseke“ und zeigte alsbald erste Stummfilme. Die wechselvolle Geschichte der Schauburg nahm ihren Lauf. Das Kino überlebte mehrere Betreiber.
1950 wurde das Filmtheater umgehend saniert. Über einen repräsentativen Treppenaufgang und das Foyer gelangten die Besucher in den Saal., dessen starkes Gefälle und übersichtlich angeordnete Bestuhlung gute Sichtmöglichkeiten bot. Das Kino besass Rang und Balkon sowie eine kassettenförmige Decke. Zur Wiedereröffnung lief "Der Bettelstudent". Helene Klasberg und der langjährige Geschäftsführer Hermann Müntefering bestückten den Vorführraum mit zwei Ernemann-Maschinen. L5032
Mit dem Film "Ghostbusters" schloss das Kino 1985.
Mitte der Neunziger bemühte man sich um eine Wiedereröffnung, ein potenzieller Investor sprang jedoch wieder ab. Eine Facebook-Kampagne gab 2015 wieder Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Kinos, die hohen Investitionskosten stehen dem Plan laut Bürgermeister Remco van der Velden entgegen. Das wissen auch die Eigentümer der ehemaligen Schauburg. Vor vier Jahren haben Nicole und Thaya Markandu das Gebäude am Hellweg 43 gekauft. Im denkmalgeschützten vorderen Bereich betreiben sie heute eine Fahrschule. Den hinteren, nicht geschützten Bereich mit dem bis zu 200 Plätze fassenden Kinosaal haben sie jedoch nicht angerührt. Dieser sieht noch aus wie am Tag der letzten Vorstellung.
Nach wie vor hofft das Ehepaar auf einen Pächter, der dort wieder Kinofilme auf die Leinwand bringt. Die Markandus denken dabei nicht an eine Konkurrenz für die Cineplex-Säle in Lippstadt oder Paderborn. Vielmehr schwebt ihnen ein kleines, vielleicht sogar finanziell gefördertes Programm-Kino vor. Abgesehen von der Parkplatz-Problematik beziffert Thaya Markandu die Sanierungskosten anders als der Bürgermeister auf gerade mal rund 300 000 Euro.
Quelle u. a.: derpartriot.de  - dort auch ein (Mini)-Bild

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