AKI

Hamburg, Am Hauptbahnhof 

eröffnet: 29.11.1949
geschlossen: 1964
Sitzplätze: 625 (1950) - 506 (1952)
Architekt:
Betreiber: Johannes Betzel               1949-1964

Im November 1949 erhielt auch Hamburg ein Bahnhofskino, welches unmittelbar neben dem Hauptbahnhof in einer ehemaligen Gepäckabfertigungshalle entstand. Das "Bali"-Emblem strahlte in großen, schlanken Neonbuchstaben neben dem Eingang des Hauptbahnhofs. Die hohe Kassenhalle mit ihren durchsichtigen Glaswänden war ein echter "Hingucker". Das 622 Sitze zählende Theater hatte eine Bühnenfront ohne Vorhang und Bühnenumrahmung. Der Berliner Maler Kurt Kranz gestaltete sie als absolute Fläche. Decken, Wände und Türen waren mit schalldämpfenden akustischen Torfplatten versehen. Die glatte Stirnwand des Theaters kannte weder eine Bühne noch eine angestrahlte Rampe. Die tragende Decke bestand aus 5cm Beton mit achtmal durchflochtenem Eisen, darüber Kork. Die Luft wurde stündlich sechsmal durch eine Klimaanlage gereinigt. Die Beheizung erfolgte durch das Fernheiznetz. Im Sommer wurde die von zwei Motoren mit zusammen 15 PS angesogene Luft gekühlt und entsprechend temperiert ins Theater gepumpt. Die Bestuhlung war mit dunkelbeigefarbenen Cord bezogen. Die letzte Reihe des Theaters war mit Paarsitzen ausgestattet. Dabei wurde betont, das man bei Buchung eines dieser Zweiersitze keineswegs einen Trauschein vorlegen musste...
Im Vorführraum arbeiteten zwei AEG-Maschinen mit Beck-Effekt. Eröffnungsfilm war "Die Wildnis ruft". N5002 W4976
Geplant war, das Kino als Kurzfilmtheater mit Stundenprogramm zu betreiben. Mangels geeignetem Angebot wurden aber zunächst abendfüllende Spielfilme gezeigt.
Erst ab 1952 wurde das Haus zum Aktualitätenkino, was durch Namensänderung auch sichtbar gemacht wurde. Die Wände des Zuschauerraumes waren jetzt mit blauem Samt bespannt, die indirekt beleuchtete Decke war blau und hell gewürfelt, und die Sitzplatzzahl wurde von 625 auf 500 verringert. Dr. Fränk vom Aki-Frankfurt begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und meinte, man müsse sich in Hamburg besonders anstrengen, weil die Hamburger durch die Vorführungen der Urania verwöhnt seien. Johannes Betzel, der als „bali"-Inhaber jetzt mit der Aki zusammenarbeitet, plauderte amüsant über die beiden „bali"-Jahre. Es gab Erfolge mit 3742 Besuchern an einem Tag und Misserfolge mit nur 400 Besuchern. Dann rollte das erste Programm des Hamburger Aki ab. Ein zusammengeschnittener Bildstreifen aus allen vier Wochenschauen, ein Kulturfilm über das „Vogelparadies am Rande der Großstadt" und ein bunter Zeichentrickfilm. Das alles für fünfzig Pfennig.
N5251

Weitere Informationen und Bilder hier und hier 
Einen Artikel über den Kinobetreiber Johannes Betzel finden Sie hier


Bali um 1950 (Bildquelle: Der Neue Film)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 12.08.2020