STUDIO 1

Hamburg, Schmilinskystr. 8

eröffnet: 1953
geschlossen: 1956
Sitzplätze: 25
Architekt:
Betreiber:
Werner Grassmann & Alexander von Koss
Werner Grassmann
1953-1954
1955-1956
                                                             


In der Nähe des Hauptbahnhofs wurde im Sommer 1953 das ."Studio 1" von den Werner Grassmann und Axel von Koss errichtet.  Die Betreiber waren zugleich Inhaber der Ires-Film, Hamburg, und beschäftigten sich mit der Herstellung von Kulturfilmen. Durch ihre ausgezeichneten Verbindungen zu den Archiven in Paris, London usw. hatten sie seit längerer Zeit schon die Idee, ein intimes Theater für Filmkunst zu eröffnen. Der Besitzer des Hauses Nr. 8 in der Schmilinskystraße, der Danziger Flüchtling Eduard Kerner, war von diesem Plan so begeistert, das er sofort einen Raum zur Verfügung stellte. Er wurde mit schallschluckenden Homaton-Platten ausgestattet, mit einer kleinen, vorhanglosen Bühne und einer indirekten Beleuchtung für den Zuschauerraum. Mit seinen 25 Sitzplätzen (17 zu DM 2,80 und 8 zu DM 1,80) dürfte es zu diesem Zeitpunkt nicht nur das kleinste Filmtheater Hamburgs, sondern der Bundesrepublik gewesen sein Von der Straße aus ging man durch einen engen Spalt zwischen hohen Etagenhäusern auf den Hof und gelangte von da in das Studio, das modern und künstlerisch ausgestattet war. Geplant waren nicht mehr zugängliche, avantgardistische Filme, vor allem also Wiederaufführungen.  Begonnen wurde mit Chaplins "The Kid” in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln, dazu wurde die Wochenschau vorgeführt und ein Griff in die Althoff-Film-Kiste mit einigen Kurz-Grotesken aus der Filmfrühzeit getan. Vorgeführt wurde 16-mm-Schmalfilm auf Leitz G I. Täglich wurde dreimal gespielt. Senatsdirektor Erich Lüth und der zur dieser Zeit in Hamburg für Interglobal/Europa-Film drehende Schauspieler Karl Heinz Böhm hoben dieses kleine Kind aus der Taufe. Ein "Studio 2" mit ungefähr 150 Plätzen war geplant, wurde jedoch nicht ausgeführt.   E5332 W5362 

Zum zweijährigen Bestehen konnte Werner Grassmann eine Reihe russischer Filme ankündigen, die die filmhistorische Serie von „Sturm über Asien", „Panzerkreuzer Potemkin", „Das Ende von Petersburg" und „Zehn Tage, die die Welt erschütterten" fortsetzen sollten. Leider war ein Jahr später schon wieder Schluss - vielleicht kam das Programmkino-Konzept 20 Jahre zu früh?  Werner Grassmann eröffnete übrigens Jahre später - 1970 - das "Abaton". N5564

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Datum der Erstellung/letztes Update: 04.05.2022