UFA - PALAST

Hamburg, Valentinskamp (Deutschlandhaus)

eröffnet: 21.12.1929
geschlossen: 1944
Sitzplätze: 2665 (1940)
Architekt: Bloch und Hochfeld
Betreiber: Ufa

Literatur: Das Deutschlandhaus 1929-2019 - Roland Jaeger/Jörg Schilling - Schaff-Verlag Hamburg

1929 schossen in Hamburg die Großkinos wie Pilze aus dem Boden. Nachdem der Henschel-Konzern gleich mehrere Häuser mit über 100 Sitzplätzen eröffnete, Zog ganz zum Ende des Jahres auch die "Ufa" nach. Das neue Lichtspielhaus bot mehr als 2700 Personen Platz, war mit eingebauter Tonfilm-Apparatur und allen sonstigen Errungenschaften der modernen Theatertechnik ausgestattet. Die Bühne war so groß, das sie Veranstaltungen jeglicher Art ermöglichte, vor allem große Revuen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Erfahrungen der großen europäischen und amerikanischen Standardtheater wurde die Bühne so konstruiert. das schnellster Szenenwechsel erfolgen konnte. Das Orchester war versenkbar.
Die Beleuchtungsanlage des Hauses war die größte, die bisher m einem Theater in Deutschland angelegt wurde. Alle Betriebserfahrungen über Ventilation, Ein- und Auslassen des Publikums, über Garderobe usw., die im Laufe der Jahre in den deutschen Ufa-Theatern gesammelt wurden, hatte man beim Bau des Hamburger "Ufa Palastes" berücksichtigt.

Das neue Kino wurde am Samstag, den 21. Dezember, mit einer Festvorstellung eröffnet. Es stand im Zeichen der gemischten Buhne. Es sollte eine Pflegestätte der modernen Filmkunst und der vornehmer Artistik werden. Zur Eröffnungsfeier kam "Die weiße Hölle vom Piz Palü" zur Aufführung.  Als Mitwirkende des Bühnenteils nennt das Programm Harry Reso und die Drei Berckoffs. Dieser sensationelle amerikanische Tanzakt trat zum ersten Mal in Deutschland auf. Weitere internationale Attraktionen, die für das Eröffnungsprogramm verpflichtet wurden, waren das Badida-Orchester, die berühmteste argentinische Kapelle, die auch zum ersten Male nach Deutschland herüberkam, Teddy Brown und eine Anzahl sonstiger hervorragender Artisten. K29294

Der Ufa Palast Gänsemarkt spielte bis 1944, wo durch einen unbedeutenden Bombentreffer im Bühnenhaus Kulissen Feuer fingen, und das Bühnenhaus sowie Saal schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach dem Krieg wurde der größte Ufa Palast Deutsachlands, der zugleich Europas größtes Lichtspielhaus darstellte, nicht wieder aufgebaut, das Gebäude allerdings steht in veränderter Form als Bürohaus immer noch.

Ob es den Ufa Palast in seiner Form heute noch geben würde, wäre es nicht zu dem Kriegsschaden gekommen sein, kann man bezweifeln. Schon 1930 war die Größe zu groß, die Plätze ließen sich mit Spielfilm nicht besetzen. Beim Bau war auf die Erteilung einer Operettenlizenz spekuliert worden, die der Senat aber wegen der Lage seiner eigenen, staatlichen Bühnen ablehnte. Lediglich "Varieté", d.h. Schau und Orchesternummern vor dem Film wurden genehmigt.

In den späten 30er Jahren und den 40ern nahm dann der Varietéanteil stetig zu, bis der Film zu Nebensache wurde, wobei die behördlichen Grenzen abgetastet wurden. Gute Besetzung gab dann eigentlich nur in den Kriegsjahren, wo Unterhaltung einen hohen Stellenwert hatte.

Einen ausführlichen Artikel mit Bildern finden Sie in der Deutschen Bauzeitung. Dort auch Bilder.

Vielen Dank an Stefan Scholz für die  Informationen

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Datum der Erstellung/letztes Update: 05.02.2021