Hamburg, Gänsemarkt 15
eröffnet: |
1913 (Lessing-Theater als Kino) - 26.02.1958 (Ufa-Palast) |
geschlossen: |
31.5.2006 |
Sitzplätze: |
930 (1924) - 220/150/370/380/370/380/200/210/170/200 (2006) |
Architekt: |
Klüppelberg & Lichtenhahn (Neubau 1957/1958)
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Betreiber: |
James Henschel, später im Ufa-Konzern
mind.2017-1945
Kinoname: Lessing-Theater, später
Ufa-Lichtspiele Lessing-Theater englische Militärverwaltung
1945-1956
neuer Kinoname: Globe Cinema UFA
1958-31.3.2003
neuer Kinoname: Ufa-Palast Cinestar
1.4.2003-September 2004 Ufa
September 2004- Lichtburg Menz & Jaeck GmbH, Düsseldorf
-31.05.2006
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Erbaut an Stelle des "Lessing - Theaters", welches den
Krieg relativ (für Hamburger Verhältnisse) unbeschadet überstand, baute die Ufa
AG Mitte der 1950er Jahre den Hamburger Ufa Palast, der an Stelle des gegenüber
am Valentinskamp befindlichen, im Krieg schwer beschädigten Großkinos, gelegen
wart. Der ursprüngliche Palast war schon 1939 nicht zu füllen, 2800 Besucher
kamen nur bei Aktionen wie "plastischem Film (3D)" oder den Kriegstagen vor der
Zerstörung. Eine angepeilte Opernlizenz erhielt der Betreiber wegen der genau
gegenüberliegenden Staatsoper nie.
Deshalb entschloss man sich Anfang
der 1950er-Jahre, das Palast Kino in passenderer Größe mit etwa 1000 Plätzen an
Stelle des kleineren Lessing-Theaters der Ufa neu zu eröffnen.Die Räume des
alten Kinos waren auch mittlerweile von der Bundespost als Fernmeldeamt 3 in
Benutzung genommen worden.
Zur Straße hin entstand ein zeitgemäßes
Bürohaus, das Ufa-Haus, mit Ladengeschäften im Erdgeschoß, dahinter die
Kinohalle.
1957 erwarb man das nebenan liegende Tanz-Casino "Faun", das
abgerissen wurde, um Platz für die Erweiterung des Filmtheaterbau zu schaffen.
Es handelte sich um einen reines Zwecktheater, dessen Beschränkung an Material
und Farbe laut damaliger Fachpresse "wohltuend auffiel". Passage, Foyer und
Theater waren im Grund aus den gleichen Materialien und Farben gestaltet. Das
farblich gut differenzierte Gestühl hatte einen ungewöhnlich breiten
Reihenabstand. Kassenhalle, Foyer und Theater waren mit Teakholz verkleidet, so
das die Holzfarben,weiße Stuckfarbe, hellgrau und schwarz den Ton angaben. Der
große, hohe und zur Bühne ansteigende Saal war für alle Wiedergabetechniken
gestaltet worden. Die seitlichen Rigips-Flächen
hatten aus akustischen Gründen eine besondere Lochung und
waren zugleich Träger eines wesentlichen Teils
der Ausleuchtung. Die seitlichen und an der Rückwand verlaufenden Holzflächen
bestanden aus 23 mm starkem Teakholz. Auch die Decke des Theaters wurde durch
ihre besondere Form der Krümmung wesentlich zur Schallleitung benutzt. Der
Saalfußboden und die Umgänge waren mit einem trittschallschluckendem
Fußbodenbelag versehen. Eine moderne Be- und Entlüftungsanlage gestattete einen
achtfachen Luftwechsel pro Stunde. W5709 E5818
Anfang der 1970er-Jahre wurde
das Großkino dann in ein Kinocenter verwandelt. Saal 4 war der größte Saal, mit
dem "Knaller der Saison" im Angebot. Damals hatte dieses "Palast"-Kino noch 8
Abspielstätten. Später wurde dann jede (unsinnige) Treppe oder Kammer von Heinz
Riech zum Kino umgebaut, so dass einige Jahre später 17 (16+1) Bildwände bedient
wurden. Ein Hamburger ging da aber nicht rein.
Das Gebäude (Ufa-Haus und
Kino) wurde dann um 1995 abgerissen und durch einen Neubau eines achtstöckigen
Bürohauses mit dahinterliegendem modernen Multiplex-Kino mit 10 Bildwänden
ersetzt (Eröffnung Ende 96). Dessen Lebensdauer war relativ kurz... 2006
erneuter Abriss des Kinoteils, mittlerweile steht an dessen Stelle eine
Einkaufspassage mit Büroflächen darüber.

Lessing-Theater 1939 - im Hintergrund der alte Ufa-Palast (Bildquelle: Postkarte)
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Saal 1958 (Bildquelle: Filmecho18/1958)
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Kinocenter 1980
Vielen Dank an Stefan Scholz für
das Bild und die Informationen
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