SCHAUBURG

Hannover - Linden (Niedersachsen), Limmerstr. 31

eröffnet: 1916 - 23.12.1949 (Wiedereröffnung
geschlossen: 1967
Sitzplätze: 700 (1930) - 1000 (1931) - 1042 (1948) -
Architekt: Lichtenhahn-Klüppelberg (Umbau 1955)
Betreiber:
Max Scharnofske
E. Scharnofske & K. Engelke
Kuno Engelke
Willy Kuschel
mind.1917-1929
1929-mind.1942
1949-1962
mind.1965-1967
Kinoname: Kino - Palast
neuer Kinoname ab 1931: Schauburg




Die Schauburg wurde 1916 in einem Tanzsaal eingerichtet. Ihren Namen sie 1931, vor der Erweiterung in diesem Jahr wurde sie Kino-Palast genannt. Am 25. März 1945 wurde das Dach durch eine Luftmine beschädigt und drei Tage später brannte das Kino beim letzten Luftangriff auf Hannover aus. Der letzte gespielte Film hieß ironischerweise "Der Weg ins Freie".

Bereits im Dezember 1948  konnte das Kino wieder eröffnen. Zuvor wurde ab 19. September eine Stahlkonstruktion auf die erhalten gebliebenen Aussenmauern des Gebäudes errichtet.In nur 13 Wochen war der Wiederaufbau beendet. Der damals 80.000 Einwohner zählende Stadtteil Linden hatte zuvor mit dem "Capitol", das aber  von Donnerstags bis Samstags den Besatzungssoldaten zur Verfügung stand,  kein Bezirks-Erstaufführungstheater zu bieten. Die Limmerstraße, an der das Kino lag, war nach der Ausbombung des Zentrums zur führenden Geschäftsstraße der Stadt geworden.

Auf Beschluss des Stadtbauamtes musste Betreiber Engelke ein Giebeldach errichten, was die Baukosten nach oben drückte. Beim Betreten des Theaters wurde die Aufmerksamkeit des Besuchers auf die hell erleuchteten Schaukästen gelenkt. Der Kassenraum war vom Eingang und vom Foyer durch je eine Glastür getrennt, so das keine Außenluft ins Foyer gelangen konnte. Im Foyer, das schlicht in Beige gehalten war, konnte der Besucher eine große Glasvitrine bestaunen, in der eine Textilfirma ihre Waren ausstellte. Der Kinoraum selbst, in dem sich alle Plätze im Parterre befanden, fasste 1042 Besucher. Die Wände waren in tiefem Weinrot, die Logen Beige gehalten. Die Decke bestand aus hellgemusterten Akustikplatten. Der hellblaue Vorhang hob sich gut von hellrosa und beige gehaltenen Umrahmung der Leinwand ab. Die Beleuchtung bestand an der Bühne aus Neonlampen, während an den Seitenwänden Wandarme mit Glühlampen angebracht waren. Ein leichtes Gefälle des Bodens sorgte dafür, das die Zuschauer in den Holz-Klappsitzen gute Sicht hatten. Die während der Luftangriffe originalverpackt im Keller gelagerte Tonanlage konnte jetzt ihrem Zweck zugeführt werden. Das Kino wurde mit dem britischen Film "Dein ist mein Herz" eröffnet. Der Film hatte in 13 Tagen 25.000 Zuschauer. Erlief in Hannoverischer Erstaufführung. Da in der Innenstadt fast alle Kinos ausgebombt waren, konnte man in den ersten Jahren des Öfteren auch als Bezirkskino Erstaufführungen spielen. Die Eintrittspreise waren von 1,25 DM bis 1,90 DM gestaffelt. Als Geschäftsführer war Herr Vogt tätig, der zuvor schon im "Atrium" Erfahrung gesammelt hatte.

1952  konnte nach umfangreicher Umgestaltung der Vorräume und Einbau einer Klimaanlage nach kurzer Pause wieder mit den Vorführungen begonnen werden. Die Kassenhalle war jetzt grau-blau gehalten und das helle lichte Foyer wurde mit Leuchtröhren ausgestattet. W5202
1955 wurde das Haus von der Architektengemeinschaft Lichtenhahn-Klüppelberg erneut umgebaut und modernisiert. Der Zuschauerraum erhielt durch Verbreiterung des Bühnenhauses und architektonische Wandaufgliederung ein ganz neues Gesicht. Es wurde eine 10,40 m breite „Ideal II"-Wand eingebaut. Das Kino konnte jetzt "CinemaScope-Filme zeigen. N5508+94

1967 schloss die "Schauburg" für immer. Danach wurde das Gebäude viele Jahre vom Möbelhaus Sannemann genutzt. Später wurde das Haus umgebaut und eine Zwischendecke in den Saal eingezogen. In diesen Räumen befindet sich mit 9 Seminarräumen heute der Bildungsverein. Im Erdgeschoss befindet sich ein Schnäppchenmarkt


Saal 1948 (Bildquelle: Filmwoche 13/1949)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 27.11.2019