UHLENHORST - KULTURFILMSTUDIO

Hannover (Niedersachsen), Prinzenstr. 13

eröffnet: 24.9.1954
geschlossen: Dezember 1963
Sitzplätze: 197 (1956)
Architekt: Oesterlen, Hannover
Betreiber: Hans Wirsching                            1954-1958
Siegfried Kummerehl                    Dezember1958-1963

Mit dem Kulturfilmstudio "Uhlenhorst" wurde im Gebäude der Buhmannschule das erste Kulturfilmtheater der Bundesrepublik eröffnet. Initiator war Hans Wirsching, der zuvor dreieinhalb Jahre als Theaterleiter bei den Robert Billerbeck-Theaterbetrieben tätig war.
Eine in kräftigen Farben gehaltene durchlaufende Fensterverkleidung kontrastierte zu den grauen Hartfaserplatten-Wänden und der gleichfarbigen Rückwand, die aus Rundstäben bestand. Über einer eingehängten Tyroton-Plattendecke befand sich die indirekte Beleuchtung. Als weitere Lichtquellen dienten Leuchtvouten und Lampen unter dem von Säulen getragenen Seitengang. Die technische Ausrüstung bestand aus zwei Ernemann-Maschinen, einer modernen Verstärkeranlage , Jovy-Gleichrichtern und einem Bauer-Schmalfilmprojektor.
Betreiber Hans Wirsching stammte aus Königsberg und eröffnete dort 1927 das "Kulturfilmtheater". Nach der kriegsbedingten Flucht leitete er ab 1949 die "Ufa-Kinos" in Hannover, ehe er sich selbstständig machte. Das Theater wurde vormittags als Schulkino der Buhmannschule benutzt und führte täglich drei Vorstellungen für die Öffentlichkeit durch. Zur Vorführung kamen nur abendfüllende Dokumentar- und Kulturfilme oder „besonders wertvolle" Spielfilme.
Zuletzt nannte sich das Kino "Das Haus erlesener Filme".   N5473 W5436 E5440 W5739   

Im Dezember 1958 übernahm Siegfried Kummerehl, Gründer des ersten deutschen Kulturfilmtheaters mit einer Kulturfilmgemeinde (1923) und Gründer der Kulturfllmgemeinde Hannover (1951), das „Uhlenhorst- Kulturfilmstudio"  unter dem Namen „Uhlenhorst - Das Haus auserlesener Filme". Auf Wunsch des neuen Pächters ließ Eigentümer Friedrich Buhmann die technische Einrichtung durch eine völlig neue ersetzen, die die Fa. Kerkhoff, Hannover, lieferte und die der Ing. Reimer einbaute: Maschine Ememann 8 B für Normal-, Breitwand- und CinemaScope-Bild, das auf eine 5 x 15 Meter breite Silberwand projiziert wurde, die die gesamte Stirnwand des Theaters einnahm. Kummerehls Stammpublikum war seine aus 2000 Familien bestehende Kulturfllmgemeinde, denen er die besten in- und ausländischen Filme -- auch Erstaufführungen - zeigen wollte. Vormittags diente der Raum als Schulkinofür die Klassen einer privaten Handelsschule.  W5951 N6016 E6002



Saal 1954 (Bildquelle: Fwoche 35/1954 - Hauschild)

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