CAPITOL

Kassel (Hessen), Wilhelmsstr. 2a

eröffnet: 1929
geschlossen: in Betrieb als Multiplex Neubau
Sitzplätze: 1250 (1930) - 1200 (1940) - 1178 (1950) - 742/268 (1963) - 297/75/291 (1997)

514/195/195/229/104/182/106 (2010)

Architekt:  Paul Bode (Wiederaufbau 1949)
Betreiber: Palast-LS AG, Stuttgart                         1929-1943

Rolf Theile                                             1949-1968

FTB  Georg Reiss                                  1969-2000

FTB Schäfer                                          seit mind. 2003

Neben den schon 1911 eröffneten "Chysalla-Lichtspielen" eröffnete die Stuttgarter Palast-Lichtspiele AG das Großkino "Capitol", welches 1943 zerstört wurde und 1949 erneut in alter Größe entstand. Architekt Paul Bode stand dabei vor der Aufgabe, Nachteile der Vorkriegskonstruktion wie ein im Verhältnis zur Länge zu breitem Zuschauerraum, dadurch teilweise recht ungünstigem Blickwinkel und Verzerrung des Bildes, eine kleine Leinwand und ein außerhalb des gesamten Kinodaches gelegener Vorführraum, zu beheben.
So wurde dem Zuschauerraum ein völlig anderes Bild gegeben, in dem Wände und Decken in runden Formen ausgebildet und unmittelbar zur Bildebene geführt wurden. Neuartig war dabei, das von Bühnenumrahmungen völlig abgesehen wurde. Durch die Abrundung der seitlichen Wände konnten die dort zuvor vorhandenen schlechten seitlichen Sitzplätze beseitigt werden. Die Empore wurde in seitlicher Fortführung eines leicht geschwungenen Bandes beiderseits in das Parkett gezogen. Trotz der Größe von 1200 Plätzen erhielt der Raum so einen intimen Charakter.
Die gesamte Beleuchtung des Zuschauerraums lag in einer neuartigen Schuppendecke, welche sich schalenförmig in leicht geschwungener Form von Kreisausschnitten über den gesamten Raum spannte. Die so entstehende indirekte Beleuchtung konnte weiß, blau, rot oder gemischt geschaltet werden. Die Schuppendecke nahm auch einen Teil der Klimaanlage auf.
Der Rang bestand auf der noch vorhandenen Eisenkonstruktion der alten Empore. Alle Wände oberhalb der Empore waren in mit Glaswolle gepolsterter Stoffbespannung hergestellt. Die Stufenbeleuchtung  wurde in völlig neuer Weise gelöst: in umgekehrter Weise der indirekten Deckenbeleuchtung lag sie in verdeckt eingebauten Rinnen unter den Stufen, welche die gesamte Stufenflächen ausleuchteten. Der gesamte Fußbodenbelag des Zuschauerraums einschließlich aller Stufen  wurde in einem Guss aus Keravin hergestellt. 
Bei der Gestaltung der Vorhalle und Kassenhalle ging man von der herkömmlichen kubischen Form ab und trug den Charakter der Straße durch Form einer Passage mit Schaufenstern in das Theater herein. Für den Filmtheaterbau in Deutschland schuf das "Capitol" viele Anregungen.
N4922

Einen Bericht über die Neueröffnung 1955 finden Sie hier.

Am 09.12.2000 fand mit "Cinema Paradiso" die letzte Filmvorführung im nunmehr schon dreigeteilten "Capitol" statt.

Es folgte ein Totalumbau zum heutigen "Cineplex Capitol".

   

Saal 1949 (Bildquelle: Der Neue Film 33/1949/Kurt Mueller)

    

Bildquelle: Filmblätter 27/1951

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Datum der Erstellung/letztes Update: 22.01.2019