PALATIN

Mainz (Rheinland-Pfalz) , Hintere Bleiche 6-8

eröffnet: 14.11.1952
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 450 (1953) - 440 (1980) - 132-99-68-34 (1997)
Architekt:  Ernst Baier, Mainz
Betreiber: Kurt Weinel                                                         mind. 1953-1980            Kinoname: Scala
Weinel & Schweikart  und Harmonie, Frankfurt   1981-Anfang 90er
Georg Reiss, Kassel                                           mind.1997-2001              neuer Kinoname:City
Casablanca-Cinema FTB , Ingelheim                   15.2.2001-2009
Sack, Seehuber und Zeiler GbR                          seit 2009                          neuer Kinoname: Palatin

Das anfangs "Scala" genannte Kino wurde 1962 in  "Weinels Weinhaus" eröffnet. Während sich im Erdgeschoss die Weinstube befand, richtete man im Obergeschoss das Filmtheater ein. Familie Weinel betrieb schon seit 1929 in der Welschnonnengasse eine Weinstube, die 1945 zerstört wurde. Ebenfalls im Familienbesitz befand sich das Gebäude am Tritonplatz, in welchem sich die "Hansa-Lichtspiele" befanden. Auch dieses Gebäude fiel dem Bombenhagel zum Opfer, so das sich Pläne zur Übernahme des Kinobetriebs zerschlugen und man auf den neuen Standort an der Stelle der ehemaligen "Jordanschule" auswich. Der alte Namen "Lappenhaus" stammte aus der Zeit, als die spätere Schule als Kaserne für österreichische Soldaten diente. Diese trugen statt Strümpfen Fußlappen. 
Die Bauarbeiten waren anspruchsvoll, da während des Aufbaus auf das zu diesem Zeitpunkt bereits als Flachgebäude bestehende Objekt der Betrieb der Weinstube ungestört weiterlaufen sollte.
In der breit angelegten Vorhalle befanden sich Aushängkästen und die stilvoll in der Wandverkleidung eingefügte Kassenschalter. Der Aufgang zum Theater mündete in einem Vorraum, von dem zwei Eingänge in den Innenraum führten.. Dessen mit Glaswolle isolierten und mit Gold-Moiré-Stoffen bespannte Wände hoben sich in Farbkontrasten von dem sattroten Plüschvorhang und der gleichfarbigen Bestuhlung ab. Über eine Treppe, die mit Veranda an der Hofseite des Gebäudes angebracht war, konnten die Besucher nach der Vorstellung das Kino verlassen, ohne mit der nächsten Gästeschar zu kollidieren. Zur Eröffnung wählte Theaterleiter Hans Schugart den Operettenfilm "Die Fledermaus" aus.
Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung vom 14.11.1952

1981 wurde das Filmtheater in ein 4-Säle-Kinocenter umgebaut. Interessant war die neue Programmierung: Während in 3 Sälen Sexfilme, B-Pictures und Pornos gespielt wurde, verpachtete man den vierten Saal an die Frankfurter Harmonie GmbH, welche hier ein Programmkino namens "Atlantis" betrieb. Eröffnungsfilme waren "Asphaltnacht" von Peter Fratschner, der mit seinem Hauptdarsteller "Angel" anwesend war, sowie in den anderen Kinos "Josefine Mutzenbacher", "Eruption", "Julchen und Jettchen" und "Man-Eater". Hier wurde also alles gespielt, was die in Mainz dominierenden Reiss-Betriebe übrigließen...

Später übernahmen diese auch dieses Kino und nannten es - unter Bezug auf ihr zuvor geschlossenen Filmkunsttheater -  in "City" um.

2001 bis 2009 leitete Ulrich Luber aus Ingelheim den Kinocenter.

2009 wurde das Kino unter der neuen Betreibergesellschaft - die auch das "Capitol" wiedereröffnete - erneut umgetauft.

       

Vielen Dank an Thorsten Harwardt für die Informationen

zurück zur Liste Rheinland-Pfalz

zurück zur Startseite