SCALA

Minden (Nordrhein-Westfalen), Markt 13

eröffnet: 12.10.1927
geschlossen: 1981
Sitzplätze: 765 (1927) - 782 (1940/1955) - 827 (1957) - 3780 (1971) - 371 (1978/1981)
Architekt: Huhn, Düsseldorf (1927) - J. Weber, Herwegh, Wiesbaden  (Umgestaltung 1950)
Betreiber: Vereinigte Lichtspiele GmbH (Hartwig, Riechmann & Ostermann, Essen)      1927-1931
Christian Riechmann                                                                                     1932-1965
Lilly Oelmann-Zeisner, Gütersloh                                                                  1966-mind.1971
Groteheide, Gütersloh                                                                                   mind.1978-1981           

Der 1923 in günstiger Lage am Mindener Markt eingerichtete Saal wurde 1927 zum Filmtheater umgebaut und am Mittwoch, den 12. Oktober mit den Filmen "Ein Tag der Rosen im August, da hat die Garde fortgemußt" sowie "Die letzte Nacht" eröffnet. Der Vorraum, der ganz mit Birnbaumholz getäfelt war und der kunstvolle Malerei in einer eigenartigen Farbenwirkung zeigte, stellte eine Attraktion von Minden dar. Aus den vier Sälen des vormaligen Hotels schuf man einen Zuschauerraum für achthundert Besucher mit bequemen Sitzen. Die Vorführungsfläche betrug 5,75 mal 6 Meter. Das Orchester befand sich verdeckt unter der Bühne. Eine moderne Entlüftungsanlage versorgte das Theater in jeder Stunde viermal mit frischer Luft. Die verbesserten Vorführungseinrichtungen gestatteten jetzt in Minden genau so. wie das schon in Großstädten geschah, die pausenlose Vorführung. Die Mindener Presse bezeichnete das Haus als ein neues künstlerich wertvolles Wahrzeichen Mindens. L27243 K271080
1945 - 1957 war der gesamte Komplex durch die englische Besatzung beschlagnahmt. Das Kino wurde schon 1947 wieder freigegeben. 1950 erfuhr das Gebäude erneut eine Umgestaltung. Das Portal des Theaters erhielt eine neue Ansicht. Das Foyer bekam durch eine silberne Tecko-Tapete mit Friesabschluss eine besondere Note. Durch den Umgang, der vom Zuschauerraum getrennt wurde, trat der Besucher durch zwei Zwischenschleusenvorhänge in den Saal. Dieser war bis in die Höhe der Hohlkehle mit einer Samtbespannung bezogen , die sich kontrastreich von der Stofffarbe des Umgangs abhob.  Zur Bühne hin war die Hohlkehle in Grün gehalten. Die elfenbeinfarbene Decke wurde durch  indirekte Beleuchtung angestrahlt. Der Bühnenrahmen wurde neu gestaltet und aus einer mit Blattsilber- und Blattgold-Leisten versehenen Holzvertäfelung. Architekt Herwegh versah die Decke mit einem Akustikputz.
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Ende 1955 wurde auf CinemaScope aufgerüstet.  B5603
Dank der großen Bühne war das Kino auch als Theater benutzbar. Der 1966 gefasste Plan, das Kino in ein Parkhaus umzubauen, wurde nicht realisiert. Stattdessen renovierte die neue Betreiberin  das Kino nochmals. E6708
Seit der Kinoschließung wird der Saal vom benachbarten
Hotel "Victoria" benutzt.


Saal 1950 (Bildquelle: Der Neue Film)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 29.12..2020