In München wurde Schützenstr. 1a ein vornehmes
Kinematographen-Theater ,,Imperial-Theater" begründet. Das neue Theater ist das
schönste der in München in der letzten Zeit so beliebt gewordenen
Kinematographen-Theater. Das Innere ist geschmackvoll und solide ausgestattet.
Etwa 450 Sitzplatze befinden sich in dem leicht aufsteigenden Saal. Das Theater,
das der Süddeutschen Kinematographengesellschaft gehört und von Direktor Hermann
Pingel geleitet wird, bringt jeden Samstag ein neues Programm. Die reichhaltigen
Programms finden beim Publikum großen Anklang und Anerkennung, so dass das
Theater einen sehr guten Ruf genießt und stets gut besetzt ist." So meldete der
"Kinematograph" in seiner Ausgabe 41/1907 die Eröffnung des Kinos.
Eingebaut wurde das Kino im "Imperial
.Haus", welches auch schon ein gleichnamiges Café
beherbergte.
Der langjährige Geschäftsführer Anton Plankl betrieb
schon das erste Münchener Kino "Welt-Theater" und betätigte sich
zwischenzeitlich auch als Kameramann. Das Kino zeichnete sich von Anfang an
durch seine Größe aus. Schon 1907 bot es entgegen den meisten anderen Ladenkinos
450 Besuchern Platz.
Im
September 1928 geriet bei einer Musik-Vorführung in dem laufenden
Ernemann-Apparat eine beschädigte Kopie in Brand, so das die Trommel ausbrannte.
Durch die sich entwickelnden Stichflammen wurde nicht nur der Apparat selbst und
der Vorführungsraum schwer beschädigt. sondern es geriet auch die in dem
danebenstehenden Mechau-Apparat eingelegte Trommel in Brand, so das weitere
zwei Akte verbrannten Hierbei wurde der Mechau-Apparat zwar äußerlich hart
angegriffen, blieb aber im Inneren vollständig in Ordnung und bewahrte seine
dicht schließende Konstruktion so weit, daß das eingelegte Anfangsstück der
Filmrolle gänzlich unbeschädigt blieb Auch der gefüllte eichene Filmschrank
hielt der Hitze wie den Stichflammen stand Die allgemeinen
Sicherheitsvorschriften hatten sich bewährt. Leider erlitt der Vorführer beim
Ausbruch des Brandes Verletzungen. K291155
Der Anregung von
Militärurlaubern, die einige Stunden Aufenthalt damit überbrücken wollen, Folge
leistend, gingen die "Imperial-Lichtspiele" 1940 dazu über, ab 10 Uhr vormittags
ununterbrochen zu spielen. Damit war das Kino das erste Theater Münchens, das
eine in anderen Großstädten schon seit Jahren bewährte Einrichtung
übernahm.
Auch Angestellte des Gastwirtsgewerbes, deren Arbeitszeit mit der
ortsüblichen Spielzeit der Lichtspieltheater meist zusammenfiel, wurde damit
ebenfalls zum Filmtheaterbesuch Gelegenheit gegeben. Dieser Erweiterung der
Spielzeit ging eine grundlegende Renovierung des Theaters voraus. Der
Theaterraum bekam eine einheitliche Linienführung und wurde in warmen Tönen in
Rot und Beige gehalten. Ein besonders intimer Charakter wurde ihm durch die
geräuschlosen Kugellagerstühle verliehen, deren warmer Nussbaumton zusammen mit
dem sich dem Wandton unpassenden Rot der Polsterung gut in die Farbengliederung
des Raumes einfügte. Auch der neue Teppichbelag wirkte mit zur Gesamtabstimmung
der Raumwirkung. Bei der Neugestaltung des Kassenraums und des Foyers fielen
neben der vornehmen farblichen " Behandlung die zweckmäßige
Kunststeinpflasterung und die bequemen Polstermöbel auf. In technischer
Beziehung war vor allen Dingen die Aufstellung einer "Europa-Junior"
Klarton-Apparatur hervorzuheben. Durch diese modernste Verstärkeranlage konnte
im Zusammenwirken mit den neuen Europa-Schwungbahn-Lichttongeräten und der
Europa- Junior-Lautsprecherkombination eine optimaleTonwiedergabe erreicht
werden. Die gleichen Anlagen wurden auch in den "Bahnhof-Lichtspielen" und im
"Corso-Palast" zur Aufstellung gebracht. FK40282
Im Krieg wurde das Kino
zerstört. Im Imperial-Haus wurden aber 1950 nochmals vorübergehend
Filmvorführungen organisiert.