MERKUR - FILMTHEATER

München (Bayern), Gollierstr. 24

eröffnet: 08.04.1927
geschlossen: 1962
Sitzplätze: 1053 (1930) - 983 (1941) - 895 (1945) - 876 (1957)  - 840 (1960)
Architekt: Jacob Heilmann & Max Littmann
Betreiber:
Hans Roesch
Frieda & Oskar Riedel
Peter Seibt
Frieda Riedel & Peter Seibt
Oskar Riedel
Oskar Riedel, Olga Riedel & Ideale Scala
1927-ca.1935
ca.1936-1945
1945-1948
1948-1950
1950-1955
1955-1962


Bei den 1927 eröffneten "Merkur-Lichtspielen" verzichtete die ausführende Baufirma Heilmann & Littmann auf allen übermäßigen Prunk. In seiner äußeren Formgebung gab sich der zweistöckige, an einer Straßenkreuzung mit zwei breiten Fronten sehr günstig gelegene Bau  in der ruhigen Gliederung seiner Flächen als gediegenes Lichtspielhaus für die breiten Massen eines kleinbürgerlich-proletarischen Stadtviertels. Die Eintrittspreise waren mit 60 Pfennig bis 2 Mark für Münchener Verhältnisse moderat. Im Inneren, das man durch eine geräumige, mit dekorativen Wandmalereien versehene Kassenhalle betrat, fiel zunächst auf, das der Saal verhältnismäßig breit angelegt war und der Rang außerordentlich weit vorsprang. Dadurch wurde erreicht, das die Zuschauer (750 im Parkett einschließlich Logen an der Rückwand, 300 im Rang) auch in den rückwärtigen Reihen nicht gar zu großen Abstand von der Projektionsfläche hatten. Die Ausstattung des Zuschauerraums vermied alles aufdringlich Luxuriöse. Die Wandbemalung war auf einen ruhigen Wechsel von Goldbraun und Grau abgestimmt, der nur in der Umrahmung der Bühne in eine etwas lebhaftere Ornamentik überging und mit dem stumpfen Blau des Bühnenvorhangs eine harmonische Farbwirkung ergab. Die Vorführerkabine lag überhöht hinter den letzten Rangreihen und war mit zwei Hahn-Goertz- Apparaten ausgestattet. Zum Zeitpunkt der Eröffnung waren die "Merkur-Lichtspiele" das zweitgrößte Münchener Kino.
Die feierliche Eröffnung des Hauses wurde vom Hausorchester unter der Leitung von K. Bartmann mit Beethovens "Egmont"-Ouvertüre eingeleitet. Als Hauptfilm wurde "Kinderseelen klagen euch an" von  Kurt Bernhardt (der später nach seiner Flucht vor den Nazis in Frankreich filmte, bevor er als Curtis Bernhardt in den Staaten Karriere machte) mit großem Anklang beim Publikum gezeigt.  L2791
Nach dem Krieg waren weiterhin Frieda und Oskar Riedel (mit wechselnden Co-Betreibern) die Betreiber. Satt "Merkur-Lichtspiele" war jetzt vom "Merkur-Filmtheater" die Rede. 1962 war dann Schluss. Bis in die 80er zog ein Lebensmittelmarkt in das Gebäude ein, ehe der Abbruch erfolgte.


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Datum der Erstellung/letztes Update: 14.03.2019