REICHSKRONEN - LICHTSPIELE

Naumburg (Sachsen-Anhalt),  Bismarckplatz 5

eröffnet: 1924
geschlossen: ca.1945
Sitzplätze: 704 (1924/1942)
Architekt: Hoßfeld (Kinoeinbau 1924)
Betreiber: Wilhelm Feindt, Berlin             1924-1929
Karl Schnalle, Stettin               1930
Valentin Widera, Jena             mind.1932-ca.1945

1897 fand hier die für Naumburg erste öffentliche Aufführung mit einem Cinématographe statt; gezeigt wurden die Bilder einer Russland-Reise.
Quelle: Wikipedia

In dem damals schon 40 Jahre alten und etwas heruntergekommenen Saalbau baute Stadtbaurat Hoßfeld in Zusammenarbeit mit dem Kinounternehmer Feindt und dem Magistrat der Stadt das für eine Provinzstadt beeindruckende Kino ein. Das Foyer war mit heller Edelholztäfelung mit einem zarten Hellblau abgesetzt. An der weißen Decke hingen kunstgewerblich originelle und formenschöne  Beleuchtungskörper. Zum Rang führte eine breite Treppe zunächst in ein zweites oberes Foyer, das - ebenso wie das untere, nur in anderer Farbgebung -  gehalten war. Von beiden Foyers hatte man Zugang in ein ähnlich ausgestattetes, luxoriöses Restaurant. Kostbare Vorhände zierten die hohen Bogenfenster.
Je vier große Flügeltüren führten von den Foyers in den Saal. Der Innenraum war ganz in Weiß gehalten. Türen und Wandbegleitungen, sowie alle übrigen Holzteile waren korallenrot gefärbt.Über der Bühne waren in Pastelltönen batikähnliche Wandmalereien zu sehen. Auffällig waren die kubisch verschönten Brüstungen des ringsum laufenden Ranges und der Decke. Der hohe und luftige Raum fasste 704 Personen. Hinter der Leinwand befand sich eine Bühne, die für 60 Tage im Jahr für Theatervorstellungen genutzt werden sollte.
Zur Eröffnung liefen "Der verlorene Schuh" und "Nur ein Findelkind".
Nach dem Krieg wurden im Gebäude - jetzt "Haus des Volkes" genannt -  wohl zunächst regelmäßig, später nur noch sporadisch  Filme vorgeführt. L2419

Einen Wikipedia-Artikel finden Sie hier
Einen Artikel der Naumburger Zeitung mit Innenraumfoto finden Sie hier


Postkarte von 1939

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