| RIES-THEATER |
Nördlingen (Bayern), Kohlenmarkt 4
| eröffnet: | 14.10.1939 |
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| geschlossen: | in Betrieb |
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| Sitzplätze: | 500 (1939/1967) - 210/110 (1979/1990) - 220/120 (1999/2013) |
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| Architekt: | Ernst Zeh, München / Christmann (Bauleitung) |
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| Betreiber: |
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| 1939 erhielt
Nördlingen mit dem "Ries-Theater" ein neues Großkino an der Ecke Kohlenmarkt und
Drehersgasse, nachdem das bisherige Platzangebot zu klein wurde. Nach fast
einjähriger Bauzeit eröffnete es mit der NS-Auftragsproduktion "Robert Koch".
Auch im Foyer waren die Zeichen der Zeit erkennbar: An der Kasse prangte der
Spruch: "Wir sind vergänglich, doch Deutschland muß leben!". Die senkrechte
Einteilung der Hauptfront, die mit der Eingangstür und den Fensterreihen des
Vorraums verlief, , verlieh dem Bau klare, geradlinige Strukturen. Die
Schaukästen waren in die Mauer eingelassen. Der Vorraum war im altgermanischen
Stil durchgearbeitet.In der Mitte die altgermanische Sonne, in zwölf Feldern die
Gestirne. Ein Beleuchtungskörper - eine Nachahmung im Wikinger-Stil - lenkte den
Blick auf sich. Die Wand war vertäfelt, der Boden mit Solnhofer Platten belegt.
Die Kasse hatte mehrere Schalter, rechts davon gliederte sich eine kleine
Garderobe an. Von der Eingangshalle gelangte man durch zwei Türen in den großen
Saal. Die Stimmung wurde durch die Weite des Raums und eine zurückhaltende
Farbgestaltung erreicht. Der Raum erfasste eine obere Rangloge, zu der man über
eine bequeme Treppe gelangte. Sie hatte 100 gepolsterte Sitzplätze. Eine untere
Loge mit 60 Polstersitzen und 340 Sitze im Saal vervollständigten das üppige
Platzangebot. Der schalldämpfende Boden und die Bestuhlung waren so angeordnet,
das man von jedem Platz gute Sicht auf die Leinwand hatte. Bis zur Mitte des
Saals fiel der Boden um 30 cm ab. Eine schallverbessernde Akustikdecke aus
Holzzementgewebe war eingebaut. Sie war an der Dachkonstruktion aufgehängt. Der
raue Verputz der Decke erhöhte die Akustik wesentlich. Sie war nur unterbrochen
durch einige Längsstreifen und durch die indirekten Beleuchtungskörper, die ein
angenehmes Licht verbreiteten. Die große Leinwand wurde durch dunklen
Samtbeschlag an beiden Seiten abgeschlossen. Die Verkleidung des unteren Teils
der Wände war in Fichte mattiert gehalten. Durch eine Warmluftheizung konnte die
Temperatur des Saals innerhalb einer Stunde bis auf 20 Grad erwärmt werden. Der
Vorführraum, in dem zwei Bauer B4-Maschinen Platz fanden, war vollständig vom
Saal getrennt und über eine Außentreppe erreichbar. Quelle: Rieser Nationalzeitung 12.10.1939 1957 wurden zwei Bauer B 11-Projektoren eingebaut. Damit konnten alle damals gängigen Bildformate gespielt werden. N5780 1974 wurde der Saal recht unsensibel geteilt. Es entstanden zwei schlauchförmige Kleinkinos. Weitere Informationen und Fotos hier. |
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![]() Ansicht ca. 1950 |
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![]() Ansicht 2003 |
![]() Kinokasse nach der Renovierung Anfang der 1990er-Jahre |
![]() Foyer 1968 |
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![]() großer Saal nach Neubestuhlung 1984 |
![]() großer Saal nach Neubestuhlung 1984 |
![]() Studio nach Renovierung in den 1990er-Jahren |
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![]() Studio nach Renovierung in den 1990er-Jahren |
Vielen Dank an Hermann Rasch für die Informationen und Bilder Ein weiteres Foto hier. |
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Bayern-Liste zurück zur Startseite Datum der Erstellung/letztes Update: 18.01.2026 - © allekinos.com |