ATRIUM

Oberhausen (Nordrhein-Westfalen), Glückaufhaus

eröffnet: 1934 - Ende August 1954 (Wiederaufbau)
geschlossen: 1968
Sitzplätze: 713 (1942)
Architekt: Hanns Rüttgers (Umbau 1942) -  Hans Ingendoh (Wiederaufbau 1954)
Betreiber:
Franz Röder




Im Oberhausener Stadtteil Osterfeld wurde im August 1954 in dem von der "Atrium-Lichtspiel GmbH" und der "Röder GmbH" errichteten "Glückauf-Haus" das "Atrium", ein repräsentatives Lichtspielhaus mit 760 Plätzen, seiner Bestimmung übergeben. Die alten, 1934 eröffneten "Atrium-Lichtspiele" waren 1944 im Krieg zerstört worden. 2 Jahre zuvor fand nochmals ein Umbau statt. Vor der am 5. Juni 1942 stattgefundenen Wiedereröffnung brauchte das Haus nur für zwei Wochen die Vorführungen aussetzen.
Unter der Leitung des Düsseldorfer Facharchitekten Hanns Rüttgers konnten wesentliche Neuerungen durchgeführt werden. Die Kassenhalle wurde mit Marmor verkleidet, das Foyer wurde stark vergrößert, die Garderoben-Ablage war nunmehr geräumig genug, um allen Besuchern zur Verfügung stehen zu können. Die Rangtreppe wurde aus verkehrstechnischen Gründen verlegt, der Rang erhielt im Interesse einer besseren Sicht eine neue Schräge. Der Zuschauerraum bekam einen schönen Bühnenrahmen und einen neuen Vorhang. Die Wände wurden mit Naturholz verkleidet oder mit Stoff bespannt, so das sich - nachdem man die Decke mit schalldämpfendem Belag versehen hatte - eine ausgezeichnete Tonwiedergabe ergab. Bei dem Umbau wurden in weitestem Umfange Austauschstoffe verwendet.   FK42138

Das neue, 1954 erbaute Gebäude, das den Anstoß zur Stadtkernbebauung Osterfelds gab, war Oberhausens erstes CinemaScope-Theater. Die Fassade war mit einer Klinkerverblendung gestaltet. Der große Theaterraum, der sich zur Leinwand hin verjüngte und an Wänden und Decke geschickt gestaffelt war, konnte durch einen Vorhang um ein Drittel verkleinert werden, so das auch in schwächer besuchten Nachmittagsvorstellungen Intimität gewährleistet war. Von starker Wirkung war die indirekte Beleuchtung an den Wänden, die den großen, hellen Raum in ein blendfreies Licht tauchte. Überraschend, das die Besucher an der Kopfseite, nämlich unter der Leinwand, eingelassen wurden. Die technische Ausrüstung genügte den damals modernsten Ansprüchen. Elf Meter breit und fünf Meter hoch war die Panorama-Breitbild-Leinwand. Frieseke & Hoepfner lieferten die FH 66-Projektoren. Telefunken die Tonanlage. Theaterbesitzer Franz Röder konnte bei der festlichen Eröffnung der nach zehn Jahren wiedererstandenen Lichtspiele einen Kreis illustrer Gäste aus Verwaltung und Industrie begrüßen. Theaterleiter Tippmann gab die technischen Details durch und teilte dabei mit, das in Kürze alle Röder-Betriebe in Oberhausen (Lito-Palast in Sterkrade, Kastell-Lichtspiele in Holten und Bali in Oberhausen) auf CinemaScope umgestellt würden. Eröffnungsfilm war "Das Gewand".  N5472 E5436 

1966 wurde das "Atrium" nochmals umgebaut und renoviert. Doch schon zwei Jahre später entschloss man sich zur Schließung des Kinos. 
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Ansicht - vermutlich 1960er-Jahre (Bildquelle: Postkarte)

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