PALAST - THEATER

Offenbach (Hessen), Große Marktstr. 12-14

eröffnet: Ende 1919        L1947
geschlossen: 30.06.2000
Sitzplätze: 520 (1920) - 530 (1940) - 580 (1949) - 600 (1953) - 578 (1958) - 528 (1967) - 240/96 (1978) - 147/101 (1994)
Architekt: Carl Müller (Umbau 1950)
Betreiber: Georg, später Lina Ruttmann         1919-1950
Ludwig Märkl                                1951-1956
Kurt Schreiner KG                        1957-1987
Reiss FTB                                      1988-2000

Das 1919 gegründete Palasttheater wurde 1950 nach den Erfordernissen der Zeit umgebaut. Der Zuschauerraum wurde mit feuerfesten Holzfaserplatten ausgeschlagen und in hellem Beige gehalten. Der Bühnenrahmen in Braun und Gold passte sich dem Gesamtrahmen an. In Parkett und Rang fanden sich Anschlüsse der Verstärkeranlage für Schwerhörige. "Vagabunden der Liebe" stand als erster Film auf dem Programm. N5034
Ab 1. Januar 1951pachtete Ludwig Märkl das Palasttheater von Frau Ruttmann.. Herr Märkl, ein alter erfaherner Theaterfachmann, war bis zur Übernahme seines jetzigen Wirkungsbereiches bei der Eagle Lion Film in Frankfurt beschäftigt gewesen. Seit 32 Jahren in der Branche arbeitete er früher als Vertreter bei der Fox und Tobis. Sein besonderes Augenmerk galtt dem neuen deutschen Film, von dem er hoffiet, dass er im Laufe der Jahre seine alte Weltgeltung wieder erlangen würde.  W5106
1955 machte die Grundstücksinhaberin Lina Ruttmann Pläne publik, das Haus nach Ablauf des damaligen Pachtvertrages (1957) auf 1200 Plätze vergrößern und eine Bühne einbauen zu lassen. Diese wurden aber (wohl aufgrund des nach 1958 einsetzenden Zuschauerschwundes) nicht verwirklicht. N5539
Seit den 70ern  wurden unter dieser Adresse auch die Kinos "Rex" und Gloria" angegeben, wobei letztere Namen nichts mit den Vorgängerkinos gleichen Namens zutun hatten, sondern durch die "Verschachtelung" des "Palast-Theaters" entstanden. Der große Saal hieß nun nicht mehr "Palast", sondern "Gloria". 1974 wurde mit dem  "Lux" ein weiteres Kleinkino hinzugefügt. Drei der vier Säle wurden als Raucherkinos mit Barbetrieb geführt. E7424
Nach der Eröffnung des "CinemaxX" gingen die Besucherzahlen des mittlerweile von den Reiss-Betrieben geführten Kinocenters drastisch zurück. Die Schließung im Juni 2000 war die logische Folge, auch weil die Reiss-Betriebe um diese Zeit ihre Aktivitäten nach und nach einstellten..



Die Stelle des ehemaligen Palast-Theaters 2012


Saal 1950 (Bildquelle: Der Neue Film  34/1950/Hofst.)
Vielen Dank an Thorsten Harwarth für die Informationen

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