METROPOL

Ratingen (Nordrhein-Westfalen), Oberstr. 26

eröffnet: November 1950
geschlossen: 1963 (?)
Sitzplätze: 748 (1952) - 400 (1962)
Architekt: Wilhelm Engelhardt, Düsseldorf
Betreiber: Hubert Rosslenbroich   1950-1963

Die Rheinische Post schrieb dazu am 31. Oktober 1950: „In dieser Woche wird das neue ,Metropol' eröffnet, ein Theater für Film und Bühne, das auf dem Gelände des früheren Strucksbergschen Saales erbaut und modern eingerichtet wurde. Für das kulturelle Leben ist besonders bedeutungsvoll, dass mit dem Theater eine neuzeitliche Bühne erstellt wurde, die die Aufführung von Schauspielern, Opern und Operetten zulässt. Das "Metropol" war ein prachtvolles Etablissement, mit Platz auf rotem Cordsamt für gut 800 Zuschauer, gemütlichen Sofas im Foyer, einem Springbrunnen mit Goldfischen. Der blitzende Kronleuchter hatte einen Durchmesser von 1,50 Meter, es blitzte Messing, Pflanzen schmückten allenthalben die Örtlichkeiten, in der Weihnachtszeit gehörte ein Christbaum auf die Bühne.
Alles war so gesellschaftskonform, dass auch die katholische Kirche Veranstaltungen im "Metropol" abhielt. Und an den Filmen war nichts auszusetzen. Mit zwei Mark war man in einer Aufführung, die meistens ausverkauft war, wurde von freundlichen Damen, den Anweiserinnen, die ihre Taschenlampen dezent auf den Boden richteten, zum richtigen Platz geleitet, lutschte Schoko-Pfefferminz-Linsen oder besagtes Eiskonfekt"

Durch die mit Vitrinen ausgestattete Kassenhalle, an die sich ein durch Sitzecken komfortabel gestaltetes Foyer anschloss, betrat man den Zuschauerraum, der in Rang und Parkett 812 mit rotem Cord gepolsterte Sitzplätze enthielt. Mit Bußbaumholz und lindgrünem Cord verkleidete Wände- die Saal-Loge wurde kassettiert - verliehen dem Zuschauerraum ein gediegenes Gepräge.  Mit dem vorgelagertem Orchesterraum für ca. 25 Musiker verfügte die Bühne alle Voraussetzunegn für Theater- und Varietévorführungen. Im Vorführraum standen zwei Bauer B-5-Maschinen mit Becklicht.  N3048
Im "Metropol" gastierten  vor ausverkauftem Haus (750 Plätze) auch Stars von Film und Rundfunk wie Marika Rökk, Heinz Erhardt, Bibi Johns, Peter Frankenfeld, Rene Carol und der Kinderstar Conny Froboess.
Einen Artikel über die Ratinger Kinos finden Sie hier.
Das im Artikel angegebene Schließungsdatum widerspricht den Einträgen in den Kinoadressbüchern, die bis 1967 nachvollziehbar sind, aber der Mann vor Ort wird es wohl besser wissen?

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