CAPITOL

Speyer (Rheinland-Pfalz), Wormser Landstr. 7

eröffnet: 11.12.1954
geschlossen: 1989
Sitzplätze: 632 (1958) 520 (1980)
Architekt: Freyer & Reinhardt, Speyer
Betreiber: Beck  & Schulz KG                     1954

Karl Beck                                    1958-1963

Kalb & Sees, Landau                   1963-nach 1967

Otto Ackermann, Landau             vor1980-1987 (mit Unterbrechung)

Ingrid Petsch & Patrick Süssdorf  1987-1989

Karl Beck, der zuvor schon das "Alhambra" betrieb, ließ 1954 dieses Kino errichten.

Die interessanteste Bauaufgabe stellte die Verwandlung des bestehenden Saals des vorherigen Gasthauses "Zum Goldenen Lamm" (welches selbst eine Kinotradition hatte: 1919-1921 hatten hier die französischen Basatzungstruppen ein Kino") in ein neuzeitliches Lichtspielhaus dar. Dabei konnte die vorhandene Decke an sich beibehalten werden, doch erfuhr si e eine archtektonische Ausgestaltung und wurde mit akustischen Platten versehen. Um das nötige zehnprozentige Gefälle zu erreichen, wurde die vorhandene Kellerdecke entfernt, um an der tiefsten Stelle gegenüber dem jetzigen Zustand eine Senkung um etwa 1,80m herbeizuführen. Der "auf Achse gebrachte" Kinosaal wies eine Länge von 26m und eine Breite von 15,5 m auf. Die Bühne hatte eine Gesamttiefe von 6m bis zur Leinwand 4m Tiefe und 10.50m Breite , so daß sie notfalls als kleinkunstbühne dienen konnte. Zwischen Eingang und Saal war ein größerer Foyerraum eingeschaltet, der außer Kasse und Garderobe auch Schaukästen erhielt, die an Firmen zu Werbezwecken vermietet wurden (1.)

Die technische Austattung zur Eröffnung bestand aus zwei Ernemann-X, Ufa-Uniphon-Stereo Tonanlage, zwei Großgleichrichter für die 90-Amp.-Bogenlampen, Magnetton und Perspecta. Die 10x4 m Allzweckleinwand konnte durch eine elektronisch gesteuerte Bildmaske in jedes Größenverhältnis gewandelt werden.

Die Vorhänge waren aus gelben Plüsch; die wellenartige, zartblaue Wandbespannung aus Acella. Die Weichfaserplattendecke in Rautenform hatte einen Anstrich in hellem Braun. Die 571 Sitzplätze waren dunkel mit rotem Polsteracella. Ein Plexiglasleuchtband über Paneelhöhe sorgte für eine dezente Beleuchtung.

Eröffnungsfilm war der Film "Feuerwerk".

In den 80ern stand das Kino schon einmal leer, ehe Otto Ackermann es als Ersatz für sein "Astoria" für ein weiteres Jahr bespielte. Nach erneuter Suche nach einem Pächter übernahmen Ingrid Petsch - aus der traditionsreichen Pfälzer Kinofamilie Immel stammend - zusammen mit Patrick Süßdorf das "Capitol". Sie verfolgte allerdings schon damals Multiplex-Pläne und sah diese Übernahme wohl nur als Sprungbrett nach Speyer.

Vor der Eröffnung des "Theaterhauses" schloß das Kino - nun endgültig - seine Pforten.

Lediglich Frau Klett versuchte danach mit einem Minikino am Altpörtel die Kinotradition hochzuhalten. Das 60-Sitze-Kino genügte jedoch den damaligen Technik- und Komfortansprüchen nicht.

Dac "Capitol" wurde zunächst für einige Jahre als Getränkemarkt genutzt. Zur Zeit steht es leer. Auch hier - wie im "Maison de France" - eigentlich eine gute Gelegenheit, in der alten Kulturstadt Speyer Kino wieder jenseits von Gewerbegebiets-Abspielstätten zu etablieren.

Quellen: (1.)Tagespost Speyer

Capitol 2002

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