APOLLO

Trier (Rheinland-Pfalz), Saarstr. 90-92

eröffnet: 13.09.1941 - Dezember 1948 (Wiedereröffnung)
geschlossen: 1967
Sitzplätze: 800 (1941) - 978 (1948/1956) - 836 (1957/1967)
Architekt: Hanns Rüttgers, Düsseldorf
Betreiber: Haus Schieffer oH, späterKG         1941-1967

Das Kino eröffnete im Kriegsjahr 1941 - eigentlich recht ungewöhnlich. In den letzten Kriegstagen wurde es dann gleich wieder weitgehend zerstört, Ende 1948 nach Wiederaufbau erneut eröffnet. Das Theater sah jetzt folgendermaßen aus:
Ein Arkadengang führte in die offene Reklamehalle mit Schaukästen, die wiederum in die mit Marmor ausgestattte Kassenhalle, bei der viel Schmiedeeisen verwendet wurde, überführte. Durch drei doppeltürige Eingäne gelangte der Besucher in den großen Garderoberaum und erst dann in das intime Wirkung ausstrahlende Foyer mit einer Apollo-Statueauf der einen und einer Sitznische auf der anderen Seite.Hier waren die Logeneingänge, vor denen sich eine Mittelhalle mit einer doppelten Garderobeablage befand.
Der Theaterraum war umgeben von einem drei Meter breiten Wandelgang mit indirekter Beleuchtung, der den Zuschauern die Gelegenheit gab, die gewünschte Platzkategorie (unterteilt in Parterre, Parkett, Mittelparkett, Hochparkettdirekt und Logen) zu erreichen. Die Logen waren komplett mit Holz verkleidet. Die Rück- und Seitenwände, aufgeteilt durch Pilaster, waren mit sandfarbenen, gepreßtem Kunstseidevelvet umbespannt, der Haupt-Bühnenvorhang war orange, ein zweiter Kabinettverhang kaiserblau. Die Leinwand hatte Ausmaße von 5,25 x 7 Metern. Die stark profilierte Wand- und Deckenausbildung  unterstrich die Gesamtwirkung, die noch einen besondeen Akzent beim Aufleuchten des Palmettenstabes der Bühnenumrahmung bekam, wenn die Bühne angestrahlt wurde. Die in Rechtecke aufgeteilte Decke fiel mit ihrer Profilierung und der künstlerischen Ausmalung besonders ins Auge. Ihr Gegenstück fand sie zu beiden Seiten der Bühne. Das Saalgefälle von zwei Metern und versetzt aufgestellte Stuhlreihen ermöglichten gute Sicht. Der Boden war mit Gummiläufern belegt.
Eröffnungsfilm war "Das Lied von Bernadette", bei dem auch höhe geistliche Vertrezer der Bistumsstadt ihren Weg ins neue Kino fanden. 
N4902 W4905

1967 wurde der Saal in einen Supermarkt umgewandelt.


Saal 1948 (Bildquelle: Der Neue Film 2/49)

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Datum der Erstellung/letztes Update:09.09.2019