LICHTSPIELE  AM  MITTERSTEIG

Wien (4. Bezirk), Mittersteig 15

eröffnet: 1913
geschlossen: 1969
Sitzplätze: 600 (1941) - 588 (1958)
Architekt:
Betreiber: Josef und Leopoldine Schmalhofer               mind.1917-mind.1941               Kinoname 1923: Grand Kino
Schmalhofer & Alois Till                             1958
Mathilde Till & Elisabeth Jakobi                  1967

Der Ferdinand-Hof wurde im Jahr 1910/11 von Franz Kupka und Gustav Orglmeister in secessionistischer Architektur erbaut. Den Theatersaal im Keller des Hauses betrieb der Hauseigentümer Ferdinand Böhm, aber nach einem kurzem und erfolglosen Theaterbetrieb wurde der Saal schon im Jahr 1913 zu einem Kino mit 556 Plätzen umfunktioniert, auch dies brachte nicht den erhofften Gewinn.

Ferdinand Böhm geriet in den 20er-Jahren in finanzielle Schwierigkeiten und so wurde das Kino an die Republik Österreich verpfändet, danach ging der Betrieb weiter. Ab dem Jahr 1923, bis zu Kriegsbeginn, wurden auch Singspiele des Arbeitervereins Margareten veranstaltet und später wurde die Projektoranlage für Tonfilme ausgerüstet.

In der Besatzungszeit wurde das Jugendstiltheater als Bordell für alliierte Soldaten genutzt, danach war es wieder ein Kino das den Namen „Wiedner Grandkino“ erhielt, da es wieder Verluste schrieb wurde es am 15.12.1969 geschlossen. Danach wurde es eine Außenstelle der Stadthalle namens „Athletic Center“ , anschließend stand es einige Zeit leer um dann von Regisseur und Theatermacher Markus Kupferblum 1994 für sein „Totalen Theater“ entdeckt zu werden. Nachdem die Subventionen gestrichen wurden, mußte der Theaterbetrieb sehr bald wieder beendet werden. Auch Hubsi Kramar hatte mit dem Jugendstil-Theater kein Glück, zuletzt wurde es zu einem Lager der Firma „Mala Strana“, von ihr stammt der Name und die „Behübschung“ des Portals. Die Möbelfirma zog im Jahr 1998 aus und seitdem wartet das historische Jugendstiltheater auf neue Besitzer.
Quelle: Wienbilder, dort auch viele Bilder (auch ansonsten eine sehr schöne Webseite)
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Bild vom Januar 2016

Vielen Dank an Susanne Bauda für das Bild

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