ESPLANADE |
Wiesbaden
(Hessen), Friedrichstr. 35
eröffnet: | 1952 |
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geschlossen: | ca.1959 |
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Sitzplätze: | 210 (1952) - 280 (1953) - 245 (1956) |
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Architekt: | Walter Risch (Umbau 1956) | ||||
Betreiber: |
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Im Gebäude der ehemaligen
Loge im Stadtzentrum an der Friedrichstraße eröffnete Anfang 1952
"Central-Theater" mit Theater- und Varietédarbietungen. Ein Erfolg blieb dem
Unternehmen versagt. In den gleichen Räumen richtete wenig später ein neuer
Pächter, Willy Engel, das Lichtspieltheater "Roxy" ein, das mit 210 Plätzen zu
den kleinsten Häusern der Kurstadt zählte. Im Herbst des Jahres wurde allerdings
die Bühne in den Zuschauerraum einbezogen, was einen Zuwachs von 70 Plätzen
bewirkte. Die stoffbespannten Wände, die geschmackvollen Beleuchtungskörper und
der Vorhang waren in gedeckten Farben gehalten. Der Besucher war von guten
Akustik des Theaters überrascht. Der Ton kam weich und rund an. Im
Bildwerferraum wurden Ernemann-II-Projektoren und eine Uniphon-Verstärkeranlage
aufgestellt. Verbesserungen in der Eingangspassage und um den Kinovorplatz waren
geplant. Herr Engel, aus dem Verleihgeschäft kommend, war mit den ersten vier
Wochen Publikumserfahrung zufrieden. Er wollte in seinem kleinen Haus Filme von
Niveau (Zweitaufführungen) bringen und spielte mit dem Gedanken, es zu einer
Heimstätte des künstlerischen Films zu machen. Geschäftsführer war Fred Baumann,
der allerdings schon kurz nach der Eröffnung ausschied.. N5242 E5222+24
In Anwesenheit des Präsidenten des Verbandes der deutschen Filmclubs, Dr. Johannes Eckardt, Direktor Kochs und zahlreicher Vertreter des Wiesbadener Filmlebens wurde denn auch 1953 die neu ins Leben gerufene "Filmkunstbühne" in den "Roxy-Lichtspielen" mit der Aufführung des Rene-Clair-Films "Schweigen ist Gold" gestartet. Dr. Schoppa von der Volkshochschule betonte die Bedeutung des Films als künstlerische Ausdrucksform und stellte die Gründung einer filmischen Arbeitsgemeinschaft an der Schule in Aussicht. Er feierte die Initiative Max Lippmanns, der sich mit Theaterleiter Willy Engel Meriten um die neue Institution erworben hatte. Dr. Eckardt warf einige gehaltvolle Bonmots in das aufnahmefreudige Premierenpublikum, das das Haus bis auf den letzten Platz füllte, und sagte dem jungen Unternehmen die Unterstützung der Filmclubs zu. Max Lippmann gab eine Einführung in den René-Clair-Film und legte das Ziel der "Filmkunstbühne" so aus: „. . . weder Theater noch Lektüre Konkurrenz machen, sondern beides ergänzen." N5319 Ende Februar 1954 stellte Willy Engel seine Tätigkeit im "Roxy" ein. Dessen anspruchsvolle Nachtprogramme (Filmkunstbühne) unter Mithilfe von Max Lippmann hatten inzwischen dem guten Film viele Freunde gewonnen. Herr Engel wendete sich wieder dem Verleih zu und war fortan im Frankfurter Bezirk für "Viktoria" tätig. Das "Roxy-Theater" wurde am 4. März von Herrn Wilhelm Kuroczik wiedereröffnet, der das Unternehmen unter dem gleichen Namen und derselben Zielsetzung führte. Die. „Filmgemeinde Wiesbaden" war allmonatlich drei Tage im "Roxy" zu Gast. N5420 Im Frühjahr 1956 übernahm Theaterbesitzer Kuno Kerber ("Residenz" und "City") das Kino als drittes Haus in Wiesbaden. Er änderte den Namen in "Esplanade". Dipl.-Ing. Walter Risch schuf einen architektonisch großzügig gestalteten Zugang zu dem 245 Besucher fassenden Haus. Die Eingang-Decke wurde tiefer gezogen, der Hof zum Teil überdacht und der Theatereingang wesentlich verbessert. Im Eingangsbereich befand sich auch ein neuartiger Getränkeautomat. Der blau-silbergraue Anstrich der Innenwände und neuartige Leuchtröhren gaben dem Zuschauerraum eine freundliche Note. Das Theater selbst sollte später renoviert werden, erhielt aber bereits jetzt eine von Kurt Kabath installierte, neue Technik: Maschinen Ernemann VII B, Dominar-Verstärker für CinemaScope-Lichtton und Jovy-Gleichrichter. Theaterleiter war Otto Köstle. Man spielte Zweitauswertungen anspruchsvollerer Filme, beginnend mit "Alle Herrlichkeit auf Erden". N5660 W5632 E5658 Schon sehr früh - nach weniger als 10 Jahren Spielzeit - schloss das Kino wieder. |
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