MODERNES THEATER

Wuppertal (Nordrhein-Westfalen), Am Wall 28

eröffnet: 12.12.1919 - 20.12.1949 (Wiedereröffnung)
geschlossen: zwischen 1967 und 1970
Sitzplätze: 916 (1919) - 793 (1955/1967)
Architekt: Oskar Rodendahl, Düsseldorf (1919 und Umgestaltung 1928) - Ernst Huhn, Düsseldorf  (Wiederaufbau 1949)
Betreiber: Emil Schilling, Köln & Fritz Gewandt, Düsseldorf                                            1919-ca.1930
Ufa                                                                                                                 ca.1930-mind.1967

Das "Moderne Theater" eröffnete am 12. Dezember 1919 vor geladenen Gästen. Der Prachtbau, für den der bekannte Düsseldorfer Kinoarchitekt Oskar Rosendahl verantwortlich zeichnete, war zu diesem Zeitpunkt das größte und modernste Lichtspieltheater Wuppertals. Die Bauzeit betrug 7,5 Monate. Das Theater besaß eine eigene Lichtzentrale. Das Äußere wirkte einfach und vornehm, auch das Innere war nicht überladen. Die einfache Farbenhaltung schloss sich dem äußeren Rahmen an. Das Unternehmen gehörte den bekannten Kinofachleuten Schilling und Gewandt, während die Direktion in den Händen Willy Schülers lag, der zuvor schon große Kinos im Rheinland geleitet hatte. Viele Künstler sandten ihre Glückwünsche zur Eröffnung. Henny Porten zum Beispiel wünschte "Gut Licht" - ein frommer Wunsch bei der Kohlenknappheit um diese Zeit -"und volle Kasse sowie Filme erster Güte". Gunar Tolmaes sandte Grüße aus Kopenhagen, auch Ellen Richter brachte Glückwünsche dar In der ersten Vorstellung wurden Bilder aus dem Leben und Treiben Elberfelds gezeigt.
Quelle: Lichtbildbühne 51/1919

Am 21. Februar 1919 erwarb Emil Schilling das Grundstück am Wall und ließ sein „Modernes Theater“ errichten. Wie zu der Zeit üblich, war es nach dem Genehmigungsbescheid aus dem Jahre 1920 nicht nur für 916 Sitzplätze zugelassen, sondern wies außerdem auch noch 119 Stehplätze auf. Getragen wurde das Unternehmen durch eine GmbH, deren Gesellschafter Emil Schilling, Köln, und Fritz Genandt, Düsseldorf, waren. Der größte Wert wurde auf die vornehme Ausgestaltung des Hauses gelegt und auf eine große Bühne sowie einen stattlichen Orchesterraum, denn eine Attraktion war sehr bald schon die musikalische Untermalung des Films in diesem Theater."
Quelle: Kinowiki
1928 wurde das Haus renoviert und auf den neuesten Stand gebracht. am 17. August wurde das Kino nach nur zweiwöchiger Schließung mit dem Film "Moulin Rouge" erneut geöffnet.  Baulich blieb das Kino unverändert, jedoch wurde es von veraltetem Ausputz befreit. Die klassische Fassade blieb unverändert. Der Kassenraum hatte nicht nur wegen den Beleuchtungskörpern, sondern auch wegen den verschiedenen Goldschattierungen der Decke und Wände einen freundlichen Charakter. Die Treppen und das im Zwischengeschoß befindliche Foyer mit der neuen, geräumigen Garderobe, waren in Silber gehalten, das von Gold bordiert war. Im gleichen Stil präsentierte sich das Foyer des Rangs. Der Theaterraum selbst war im Parkett mit Pitchpine, im Rang ganz mit dickem roten Velour ausgelegt worden. Die Pastellfarben der Wände waren auf Gold abgestimmt - ein goldener Bühnenrahmen umgab den rot-golden changierenden Vorhang. Die Platzordnung des großen arrondierten Rangs kam mit dem neuen Cordbezug noch besser zur Geltung. Ganz in Gold, nur von einem schmalen seegrünem Streifen unterbrochen, strahlte die Kuppel.Ihren Ornamentalschmuck und den Reigen moderner Frauenfiguren brachte die Goldbronzierung und das indirekte von der großen runden Schale gespendete Licht zu plastischer Wirkung. L28200 L28207
Das im Krieg beschädigte Theater wurde im Dezember 1949 als drittes „Ufa-Haus“ mit dem Film „Der blaue Strohhut“ eröffnet. Eigentümer waren immer noch die Erben von Emil Schilling.
Der Düsseldorfer Kinoarchitekt Ernst Huhn, der hier sein 70. Filmtheater fertigstellte, benutzte den alten Grundriss des im Juni 1943 zerbombten Kinos. Eine großzügigere Raumeinteilung bewirkte eine Verringerung der Sitzplatzkapazität auf 793 hochgepolsterte Sitze. Die Wände waren mit goldenem Velvet bespannt, zu dem der große weinrote Vorhang und die rote Färbung der Sitze in reizvollem Kontrast standen. Die Rabitz-Schürtzendecke wurde indirekt ausgeleuchtet. Die Leinwand - eine eigentliche Bühne war nicht vorhanden, da der Saal ausschließlich für Filmvorführungen geplant war - war von zwei hohen, durch Metallstäbe rechteckig aufgeteilten Leuchtsäulen eingefasst, die das Gesamtbild beherrschten. Im Vorführraum standen zwei neue Ernemann VII-b-Projektoren.
Die Theaterleitung wurde Direktor Schilling übertragen, der somit zusammen mit dem "Odin-Palast" und dem "Atrium" drei  Wuppertaler Großfilmtheater kontrollierte. Durch diese Marktkonzentration wollte man dem erwarteten Konkurrenzkampf - durch sich abzeichnende Überkapazitäten angefacht - begegnen..  W5001




Modernes Theater 1956 (Bildquelle: Postkarte)


Saal 1949 (Bildquelle: Der Neue Film 1/1950)

Saal 1949 (Bildquelle: Filmwoche 9/1950)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 18.04.2020