ODIN - PALAST

Wuppertal - Langerfeld (Nordrhein-Westfalen), von Eynern-Str. 2

eröffnet: November 1928
geschlossen: zwischen 1967 und 1971
Sitzplätze: 1100 (1929) - 957 (1933) - 950 (1942) - 957 (1967)
Architekt:
Betreiber:
Odin-Palast Lichtspiel GmbH  Gf: M. Trautschold
Ufa
Adolf Klaußner
Odin-Palast GmbH  Eugen Wenner
1928-1930
1930-1945
1948-ca.1956
ca.1956-mind.1967


E5348



Ende 1928 zog in das ehe­malige Patrizier-Haus in der von-Eynern-Straße 2 ein Lichtspieltheater ein: der "Odin-Palast". Die hochherrschaftliche Villa nahm die Theater­kasse, die Garderoben-Räume, die Büros, die Dienstwoh­nungen, Toiletten, das Foyer und den Vorführraum auf, in dem eine eiserne Treppe an der Außenwand des Hauses emporführte. Der eigentliche Theatersaal aber ent­stand als Anbau auf dem Gelände des Gartens. 1930 wurde das Kino von der "Ufa" übernommen.

Da der Odin-Palast von Kriegsschäden verschont blieb, standen den Bewohnern von Oberbarmen vor, während und nach dem Kriege stets gut 1000 Sitzplätze zur Verfügung. So war das Haus das älteste in Wuppertal unversehrt gebliebene Lichtspieltheater. Schon am  01.07.1948 nahm das Kino unter neuer Leitung den Spielbetrieb wieder auf. Ohne Unterbrechung der Vorstellungen wurden Kassenhalle und die ganze Außenseite 1955 umgestaltet. Was sich Betreiber Adolf Klaußner schon immer gewünscht hatte, jetzt besaß er es: ihm standen nicht weniger als 28 Meter Außenschaukästen zur Verfügung, die er gut zu nutzen verstand. Doch nicht nur auf diesem Gebiet besitzt Adolf Klaußner eine geschickte Hand - viele Jahre hatte er einer Kirchengemeinde Asyl in seinem Odin gegeben. Sonntag für Sonntag pilgern die Gläubigen herbei, um beim Klang der Kino-Orgel ihren Gottesdienst abzuhalten. Wenn die Zahl der Besucher der Gottesdienste oft so groß war, das das über 1000 Sitzplatz-Theater nicht allen Platz geben konnte, dann lies Adolf Klaußner im Treppenhaus, im Foyer und in den anderen Räumlichkeiten Lautsprecher aufstellen, so das jeder am Gottesdienst teilnehmen konnte. Kirche und Kino friedlich unter einem Dach! An drei Sonntagen im Monat fand nach dem Gottesdienst die sonntägliche Film-Matinee statt. Nur jeweils am vierten Sonntag im Monat, wenn das heilige Abendmahl gereicht wurde, fiel zu Gunsten des Gottesdienstes die Filmvorstellung aus. Wie dankbar die meisten Gemeindemitglieder waren, geht daraus hervor, das er zahlreiche Kirchgänger auch als Filmtheater-Besucher bei sich begrüßen konnte. W5516 N5533

Adolf Klaußner trat um 1930 beim "Modernen Theater am Wall" in Elberfeld ein, um hier von der Pike auf sich die Fähigkeiten anzueignen, die ihn zu einem tüchtigen und vielseitigen Film-Theaterbesitzer werden liesen. 1956 lies er das Kino nochmals renovieren.

Die Eigentümer-Verhältnisse nach dem Krieg sind nicht ganz klar: Während in den Kinoadressbüchern Eugen Wenner als Beteiber angegeben ist, wird in Presseberichten Adolf Klaußner genannt.    B5624

  Ansicht 1955 (Bildquelle: Filmecho 14/1955)
Kassenbereich 1955 (Bildquelle: Filmwoche 16/1955)


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Datum der Erstellung/letztes Update: 22.06.2023- © allekinos.com