UNION

Aalen (Baden-Württemberg),  Karlstr. 1

eröffnet: Frühjahr 1913           L1314
geschlossen: Ende 1995
Sitzplätze: 600 (1967) - 240/240/77 (1995)
Architekt:
Betreiber: Eberhard Wagner                                             1913-1916
Jean van Daalen                                                1917-1945
Jean van Daalen Erben Gf. Hans J. Staendner   1950-1956
Union-Theater GmbH                                      195639.06.1983
Cinema FTB, Konstanz                                    01.07.1983-1990
Olaf Günzler                                                     1991-1993
Cameo FTB, Vöhringen                                    1994-Ende 1995

Im Frühjahr 1913 eröffnete der Harmoniewirt Eberhard Wagner in einer umgebauten Scheune hinter der Gastwirtschaft sein eigenes Lichtspielhaus mit dem Namen Union-Kino. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kaufte Jean van Daalen das Anwesen und betrieb das Lichtspieltheater unter gleichem Namen bis 1936. Gleich daneben entstand das neue Union-Kino. Es wurde beim Angriff auf den Aalener Bahnhof am 17. April 1945 total zerstört.
Am 10. Februar 1950 wurde das neu erbaute Union-Theater feierlich eröffnet. Auf dem Ruinenfeld entstand unter der Federführung der lokalen Baufirma Apprich ein jetzt noch größeres Filmtheater. Die Kassenhallebot geschmackvolle Vitrinen, Kacheltische, mit rotem Leder bezogene Ruhebänke und wertvollen Vasen aus den Werkstätten Fritz von Dahlen. Zwei mächtige Türen rechts und links führten zu Rang und Logen und dem Zuschauerraum, der rund 700 Personen aufnehmen konnte. Ein schönes Bühnenportal bildete mit seiner effektvollen Vorhangbeleuchtung einen wirksamen Blickfang.
Zwei Bauer B 6 mit Europa-Lichttongeräten sowoe eine Klngfilm-Eurodyn-Anlage und zwei Metallgleichrichter wurden übersichtlich und zweckmäßig angeordnet. Als Festprogramm war zusehen: "EROIKA" mit Ewald Baiser und Marianne Schönauer. Jean van Daalen erlebte diesen Tag nicht mehr, er war am 25.5.1949 verstorben. N5013
1967 erhielt das Kino ein modernes Make-up. In einer Bauzeit von nur vier Tagen wurden eine schallschluckende Decke eingebaut, die Rück- und Seitenwände bespannt und gepolstert. Der graue halbhohe Sockel an den Seitenwänden verlieht dem Raum einen freundlichen Eindruck im Zusammenklang mit der hellgelben Wandbespannung. Der Rang erhielt eine schwarze, schaumgummigepolsterte Brüstung. An der Bühne wurde ein breiter schwarzer Rahmen angebracht, der einen geschmackssicheren Kontrast zu dem violetten Vorhang abgab. Auch das Foyer wurde gründlich erneuert. Zu diesem Zweck wurden die Eingangssperre zurückverlegt, so daß den Gästen der große Vorraum mit Sitzecken zur Verfügung gestellt werden konnte. N5711
1972 wurde das Kino in zwei Säle geteilt.
1995 wurde das Gebäude zu Gunsten des neuen Busbahnhofs abgerissen.
Quelle u.a: Familie Muthwill - Kinogeschichte Aalen


Saal 1956 (Bildquelle: Filmecho)

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