CAPITOL

Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), Bahnhofstr. 4 

eröffnet: 1936 / 23.12.1949 (Wiedereröffnung)
geschlossen: 28.02.2001
Sitzplätze: 971 (1940) - 999 (1950) - 1070 (1956/1962) - 406 (1970/2001)
Architekt: Ernst Huhn  (1936) - Fritz Hüttemann (Wiederaufbau 1949)
Betreiber: Wilhelm Bröker, Borgsmüller & Kaiser  1936-1967
Fritz Rothschild                                      1.6.1967-1981
Rehs FTB                                              1982-1986
Flebbe FTB                                           1987-2001

Das “Capitol” wurde 1936 von den Vereinigten Lichtspielen erbaut. In knapp 6 Monaten - der erste Spatenstich erfolgte am 19. Mai - wurde der Neubau errichtet, der 32 m tief war und eine Breite von 24 m hatte. Der Vorraum mit seiner dunklen Täfelung und dem aus einer runden Kuppel ausstrahlendem Licht mutete intim an und ließ nicht auf einen solch großen Innenraum schließen. Im Saal fand man breite Sitze mit Plüschbezug vor. Zwischen den durchgehenden Sitzreihen war ein genügend großer Abstand. Bühne und  Zuschauerraum wurden von einer Lichtorgel angestrahlt. Überdacht war der Zuschauerraum mit einem 18 m breitem, freitragendem Rang. Je fünf Ausgänge führten auf den halbkreisförmigen Gang, so das beim Programmwechsel keine Stockungen auftreten konnten. Zur Eröffnung lief der Nazi-Propagandafilm "Verräter".  L36266

Am 30. September 1944 fiel es dem Bombenkrieg zum Opfer.

1949 wurde es wieder aufgebaut.Über einen lichten Vorraum gelangte der Besucher ins stilvolle Foyer und von hier zum Rang sowie über einen Rundgang ins Parkett. Das Haus hatte getrennte Aufgänge zur Balkonlage und Rang. Der Theatersaal hatte eine Breite von 24 m und eine Tiefe von 32 m. Die 1000 Sitzplätze waren gepolstert, der Boden mit Korkplatten belegt. Die Bühne war 12 m breit und 7,5 m tief und ermöglichte auch andere Veranstaltungen. Die große Sonora-Leinwandfläche aus porösem Spezialgewebe lies den Bildablauf von jedem Platz aus klar und unverzerrt erscheinen. (Wieder-)eröffnungsfilm war "Die Reise nach Marrakesch". An den Plätzen für Schwerhörige wurden besondere Hörgeräte eingebaut. Schwerbeschädigte konnten mit ihren Rollstühlen in das Filmtheater gefahren werden.    E5009 W5005

1967 wurde das Kino von Fritz Rothschild übernommen und umgebaut. Ins Parkett zieht ein Laden ein, der Balkon wird verlängert und zum neuen “Capitol”. 1982 übernehmen die Kinobetriebe Rehs das “Capitol” bis es 1987 von den Flebbe Kinobetrieben weitergeführt wird. Seit dem 28.2.2001 ist das “Capitol” geschlossen. Der Saal wurde, wie schon beim Atrium geschehen, komplett entkernt. Nach der Fertigstellung zog die Filiale eines spanischen Klamotten-Herstellers in das Gebäude ein.

Diese und weitere Informationen über das Kino finden Sie hier

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie hier. Einen weiteren Artikel mit Bild finden Sie hier



Ansicht 1939 (Bildquelle: Postkarte)

Saal 1950 (Bildquelle: Der Neue Film 09/1950)

Foyer 1950 (Bildquelle. Der Neue Film 10/1950)
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Datum der Erstellung/letztes Update: 19.01.2025 - © allekinos.com