BÄREN - LICHTSPIELE

Böblingen (Baden-Württemberg), Poststr. 36

eröffnet: 1914
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 200 (1925) - 392/474 (1958) - 392/450/575 (1967) - 254/515/65/340 (1983) - 56/206/76/179/98/179/33 (2021) - 56/206/42/179/98/136/3352 (2023)
Architekt: Gottlob Mayer (Filmpalast 1928) - Aumüller, Böblingen (1954) - Hans Megnin (Park-Lichtspiele 1958)
Betreiber:
Familie Bauer
seit 1915
                              


Schon seit 1914 wird an diesem Standort Kino gespielt. Zuerst fanden die Vorführungen im Saal des Gasthofs "Zum Bären" statt.

August Bauers Sohn Otto ließ dann 1928 auf dem gleichen Grundstück ein neues Gebäude errichten, den "Filmpalast", der im Oktober des Jahres eröffnet wurde.   L34244

1951 kam ein Freilichtkino hinzu, im gleichen Jahrzehnt noch die "Park-Lichtspiele" (1958), die durch die Überbauung des Freiluftkino-Areals entstanden. Die "Bären-Lichtspiele" wurden schon Anfang 1954 reaktiviert. Der Innenraum war mit Acella bespannt. Die technische Einrichtung bestand aus zwei Bauer B 12-Maschinen, eine Breitbildwand für CinemaScope war vorgesehen.    E5348 E5408

Anläßlich seines 30. Geburtstages wurde der Filmpalast 1958 völlig neu um gebaut. Durch den Architekten Hans Megnin wurde zunächst der Eingang den Zugängen der danebenliegenden Theater, den "Bären-Lichtspielen" und dem "Parktheater", angegliedert, so daß jetzt von einem großen überdachten Vorraum aus alle drei Theater erreicht wurden. Der Architekt versetzte den Kassenraum an die Wand und gewann dadurch mehr Raum im Foyer. Im Zuschauerraum überraschten helle Farben (gelb, grau und mattrot), und die verbreiterten Gänge zwischen den einzelnen Stuhlreihen boten größere Bequemlichkeit. Das frische Rot der Bestuhlung kontrastierte zu dem blauen Vorhang. Die Bühne wurde verbreitert, ebenfalls die Leinwand. Die Abzugsschächte für die verbrauchte Luft waren an der Decke des Theaters und unter der Bühne angebracht, während die Frischluft unter dem Balkon in den Raum drang. Die architektonische Lösung des Zusammenbaus von drei Filmtheatern unter einem Dach war zu dieser Zeit zweifellos ein außerordentlich interessantes Experiment, das hier seinen überzeugenden Niederschlag fand.   W5840 N5879

Im Parktheater herrschte eine andere Atmosphäre: Mit dem überwiegenden gedämpften Grün der Wände, das von gedeckten Gelb aufgehellt wurde, der grauen  Cordsamt-Bestuhlung und dem grauen Vorhang wirkte es heimelig. Auch hier standen Bauer-Maschinen im Vorführraum. Bauer kauft Bauer!

Der Kinocenter präsentiert sich heute (2021) als 7-Saal-Haus. Durch die geballte Konzentration mehrer Säle in der Poststraße eröffnete in der Böblinger Innenstadt niemals eine Konkurrenz zur Familie Bauer - für ein Ort dieser Größe eher ungewöhnlich. Die einzelnen Kinosäle sind auf der Homepage des Kinos beschrieben und bebildert.


Kinoeingang und Freilichtbühne 1951 (Bildquelle: Filmecho 27/1951)

Saal des "Filmpalastes" 1958 (Bildquelle: Filmwoche 40/1958)


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Datum der Erstellung/letztes Update: 27.02.2025  -  © allekinos.com