HARMONIE  UND  LUX

Heidelberg (Baden-Württemberg), Hauptstr. 110

eröffnet: 22.12.1956
geschlossen: 29.1.2014
Sitzplätze: Harmonie: 734 (1958) 536 (1980) 177/161/128/94/45 in 5 Sälen (2004)
Lux: 690 (1958) 500 (2004)
Architekt: Bernd Gutmann, Karlsruhe
Betreiber: Süddeutsche Lichtspiele Hubertus Wald 1956-1972
Olympic                                                1972-1981
Ufa                                                       1981-2005
Cinestar                                                2005-2011
Inge Mauerer-Klesel                             2011-2014

Die Hubertus Wald-Gruppe , die in Heidelberg bereits das Schloß-Kino und den "Faulen Pelz" betrieb, erwarb 1956 den Gebäudekomplex "Harmonie" in der Heidelberger Hauptstraße. Ursprüngliche Idee war es, den vorhandenen Tanz- und Konzertsaal des Harmonie-Gesangvereins zu einem Kino umzuwandeln, die Statik ließ dies aber nicht zu. So entschloss man sich zum kompletten Abriss und Neubau mit 2 Filmtheatern. Die Denkmalschutzbehörde war damals wohl weniger streng ...

Weihnachten 1956 wurden die neuen Säle mit den Filmen "Sissi" und "Trapez" eröffnet. Das "Lux" im Obergeschoss war konservativ-vornehm gehalten, hatte eine hellbraune Acella-Wandbespannung, eine schwarze Decke mit weißen Rundflächen, einen blauen Samtvelour-Vorhang und "Cortina"-Stühle mit blauem Cordsamt-Überzug. Im unteren "Harmonie"-Theater versuchte Hubertus Wald, die etwas festgefahrene Tradition der Filmtheaterausstattung zu durchbrechen und neue Wege aufzuzeigen. Hier begegnete man keiner Wandbespannung, sondern einem weitmaschigen, schwarzen Baustahlgewebe vor der hellen Wand, in die Buntfarbene Applikationen eingelassen waren und außerdem die Beleuchtungskörper und Effektlautsprecher aufnehmen. Die Decke war schwarz mit goldenen Tupfen und ließ die Hohe des Saals unbegrenzt erscheinen. Ein in Flutlicht getauchter silbergrauer Samtvelour-Vorhang schloss die Bühne ab. Neuartig waren auch hier die einbeinigen "Cortina"-Stühle mit Doppelarmlehnen, die auch das Nationaltheater Mannheim für den Neubau ausgewählt hatte. Diese bewährten sich jedoch nicht und wurden später wieder durch traditionelle Modelle ersetzt. Die Ausmaße der Bildwände betrugen 5 x 13 m. Die technische Ausrüstung bestand aus Bauer 14-Projektoren, CinemaScope 4-Kanal-Magnetton mit je 6 Effektlautsprechern sowie Schwerhörigenanlage mit und ohne Kopfhörer.  N5704 E5701

Die unruhigen Zeiten der APO-Bewegung um 1970 bekamen auch die Kinobesucher zu spüren, denn das von der Polizei verwendete Tränengas gelangte durch die Belüftung des Öfteren auch ins Innere der Säle. Anlässlich der Aufführung von "Die Geschichte der O" verübte eine militante Gruppe einen Anschlag mit Buttersäure.

1981 wurde die "Harmonie" - inzwischen in den Händen der Riech-Gruppe - in ein Kinocenter mit 4 Kleinkinos umgewandelt. Ein weiteres Minikino entstand unter dem Namen "Gemini" im Foyer und zeigte fortan bis in die 90er Pornos.

Nach der Ufa-Insolvenz übernahm die "Cinestar"-Gruppe die Kinos. 2011 stellte sich nach Kündigung des Pachtvertrages die Frage, wie es in Heidelberg bezüglich Kinos weitergeht, dann übernahm Inge Mauerer-Klesel  die Filmtheater. Ende Januar 2014 war endgültig Schluss. Als Ersatz entstand ein Multiplex in der neuen Bahnstadt. Frühere Säle wie das "Europa" und die "Kammer"sind  mittlerweile entkernt sind. Vor dem ehemaligen Schloß-Theater befand sich 2013 ein Bauzaun, was auf Abriss oder Komplettumbau hindeutete. So war es dann auch...



Vielen Dank an  Joachim Kettner für die beiden oberen Fotos




2 Fotos von 2005

Ansicht 2019 - Vielen Dank an Joachim Kettner für das Foto


Lux

Lux

Harmonie 1


Harmonie 2

Harmonie 2

Harmonie 3


Harmonie 5
 

Vielen Dank an Bernd Geistert für die Bilder von 2013



Harmonie 4


Bilder von 2014 - Vielen Dank an Pascal Katschke!

Treppenaufgang 1956
(Bildquelle: Der Neue Film 5/1957)


Harmonie 1956
Vielen Dank an Herrn Oskar Ferdinand Richter für die Informationen
 und die historischen Bilder



Lux 1956

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