ATLANTIK

Karlsruhe (Baden-Württemberg) , Kaiserstr. 5

eröffnet: 1909
geschlossen: 29.12.2008
Sitzplätze: 300 (1920) - 200 (1924) - 270 (1958) - 75+38 (1997)
Architekt:  
Betreiber: Ed. Hof                                           mind.1918-1919   Kinoname: Kaiser-Kinematograph 
Karl Liebrich                                  1920                      neuer Kinoname: Residenz
J. Greulich                                      1921
Seydonice                                      1922                      neuer Kinoname: Eden
Julius Peter                                     1924
S. Mansbacher                               1924-1933             neuer Kinoname: Atlantik
Anton Rehberger                            1933-mind.1942
Rehberger & Schneider                   1949-28.2.1960
Siegfried Burst                                1.3.1960-1967
Heinrich Junghans                            1967-1997
Beate Rech                                     1997-2008

Mit den Gründungsdaten der Filmtheater ist es eine schwierige Sache: Während die alten Kinoadressbücher bereits 1907 als Eröffnungstermin nennen, recherchierte Autor Gerhard Bechtold für sein Karlsruher Kinobuch 1910 als erstes Datum. Im "Kinematograph" wird wiederum im November 1909 von der Eröffnung berichtet, weshalb ich dieses Datum als am wahrscheinlichsten einschätze ...

Das "Kaiserkino" war ein typisches, langgestrecktes Ladenkino in einem grossen Wohn- und Geschäftsbau. Vor und nach dem Krieg wurden hauptsächlich Abenteuerfilme und Western wie "Fuzzi" gezeigt. Als einziges Karlsruher Kino überstand es den Krieg unbeschadet.

1956 wurde eine Klangfilm-Anlage für Einkanal-Magnetton eingebaut. Erschwerend für die technische Umstellung war die Tatsache, daß sich der Vorführraum neben der Bühne befand und die Projektion über Umlenkspiegel durchgeführt wurde.

Der Konzentration der City-Kinos in den 60er-Jahren mussten die Vorstadtkinos mit Nischenprogrammen begegnen. Während das benachbarte "Rex" mit Filmkunst die Studenten der benachbarten Universität ansprach, begann das "Atlantik" schon früh Sexfilme und ab der gesetzlichen Freigabe Pornos zu spielen, was aufgrund der Nähe zum Rotlichtviertel sicherlich Sinn machte.

Der schmale Raum wurde um 1980 in der Mitte geteilt, so das nun zwei Kleinkinos entstanden. Anfang der 90er wurde auf Videoprojektion umgestellt. Auffällig für ein Haus dieser Kategorie war zu dieser Zeit die Aussenfront, wo die aktuellen Filmtitel immer noch Woche für Woche mit Setzbuchstaben an der Programmtafel angezeigt wurden. Auch auf der Homepage waren die aktuellen Filme (manchmal sogar mit Regiesseur) angegeben. Hier wurde anscheinend noch wirkliche Filmauswahl getroffen...

Ende 2008 jedoch schloß das "Atlantik" kurz vor seinem 100-jährigem Bestehen. Zu einem radikalen Wechsel zu einem Arthaus-Studiokino - wegen der benachbarten Universität denkbar - konnte man sich wohl auch in Anbetracht der Stärke der "Schauburg" in diesem Segment nicht aufraffen.


Atlantik um 2003

   
Atlantik um 1940

Vielen Dank an Atlantik-Kino für die historischen Bilder

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