Aus dem ehemaligen
Munz-Saal in der Karlsruher Waldstraße,der von 1952 bis 1954 schon einmal als
Aktualitäten-Kino diente und in dem bis kurz zuvor das Künstler-Theater "Die
Insel" spielte, entstand 1958 ein durch seine Leuchtfront recht attraktives und
in seiner Innenausstattung intimes Kammer-Filmtheater . das "Cinema". Neben dem
"Universum" und dem Mühlberger "Gloria" gehörte es zu den Stuttgarter
EM-Betrieben. Der Maler-Architekt Emil Glücker verwandelte den nur 160 qm großen
Saal durch geschickte bauliche Veränderungen in einen modernen Kinoraum, in dem
lebhaft kontrastierende Farbaktente mit Königsblau, Schwarz,Beige
und lichtem Gelb die richtige Atmosphäre schufen- Die 270 bequemen und breiten, zinnoberroten
und weiß abgesetzten
Polstersessel waren in einem sonst nicht üblichen stark auf gelockerten
Reihenabstand platziert, so das dem anspruchsvollen Zuschauer ein ungehinderter
Blick auf die 7,55 m breite und 3.10 m hohe Bild-Ton-Wand blieb. In der
neugebauten, geräumigen Vorführkabine arbeiteten die für alle Bildformate
geeigneten Philips-Projektoren und -Tongeräte. die von der
Philips-Film-Ton-Technik H. Hildenbrand. Stuttgart, geliefert und eingebaut
wurden- Das im Theaterpark der EM-Filmbetriebe als neuntes Haus zählende
"Cinema" ist Karlruhes elftes Erstaufführungstheater und
hatte sich ernsthaft vorgenommen, ausnahmslos wirkliche Festivalprogramme zu
zeigen. Mit der alleinigen deutschen Erstaufführung des in Cannes
preisgekrönten und bei als "besonders wertvoll“ anerkannten Films "Wenn die
Kraniche ziehen.." wurde ein vielversprechender Anfang gemacht.
N5850+63 W5829 E5862
|